Bürstadt

Brauchtum Verein verlegt Traditionsveranstaltung auf die großzügige Festwiese / Kranz am Lichtmast gehisst

Bürstädter Kerwe gehört dieses Jahr der Sängerlust

Archivartikel

Bürstadt.Wenigstens ein bisschen Kerwe-Atmosphäre ist am Montag beim MGV Sängerlust aufgekommen. Auf der Festwiese an der Lorscher Straße hatte Vereinschef Roland Gündling mit 25 Helfern, viel Geschick und Aufwand eine kleine Idylle aufgebaut. Unter Zeltdächern fanden mehr als 200 Besucher gemütlich Platz. Und auch die aus 13 gut aufgelegten Musikern bestehende „Oldie Band“ saß trocken unter dem Dach der Pergola.

Mit „dicker Backmusik“, wie es Gregor Winkler nannte, erfreuten die Blasmusikanten das Publikum – und feierten auf der Festwiese auch gleich Premiere. Zünftig intonierten sie „Die Bürstädter Kerb is do“, oder forderten musikalisch zu einem „Prosit auf die Gemütlichkeit“ auf.

Dazu kitzelte der Duft von Rippchen mit Kraut die Geschmacksnerven. So manchem Gast lief das Wasser im Munde auch beim Anblick der „Sängerlust-Schnitzel“, Bratwurst und Co zusammen.

Am Eingang des Geländes bildeten sich sogar kurze Schlangen. Akribisch erfassten Helfer die Gästedaten und wiesen auf die Abstandsregel hin.

Knibbeldicker mit dabei

Neben Walter Wiedemann, Sonnenbotschafterin Luisa-Marie I. und einigen Stadtverordneten hielten auch die „Knibbeldicker“ die Tradition Kerwe bei der Sängerlust hoch. Und dass, obwohl wegen der Corona-Krise neben dem üblichen Kerwetreiben auch der Stadtlauf in diesem Jahr ausgefallen musste.

Wurde sonst der Kerwekranz am Vereinsheim im Beisein von Panikorchester, Schoude und Gästen aufgehängt, durfte er auch in diesem Jahr nicht fehlen. Bunt mit Bändern und Blumen geschmückt, musste das Wahrzeichen der Kerwe sogar aufgeschnitten werden. Denn den Licht- und Kerwekranzmast konnte und wollte man doch nicht umlegen.

Auch wenn die Leiter für Sängerlust-Kerwevadder Gündling etwas kleiner und die Kerwerede mangels Ereignissen kürzer ausfiel, begrüßte der Vereinschef seine Gäste in Reimform. Er bedauerte, dass Corona alles verändert habe in diesem Jahr. „Kerwelieder däff me net singe. Weil die Aerosole vun Mensch zu Mensch springe.“

Auch dass der Kerwekranz nicht mehr so aussah wie all die Jahre zuvor, wurde mit einem Augenzwinkern erwähnt. Das hielt Gündling jedoch nicht davon ab, dass grüne Gebinde zu taufen. „Getauft bist du mit Kerwe-Woi, ihr Kerwe-Gäschd stimmt mit mir oi. Ich ruf noch einmal in diese Runde – wem kähd die Kerwe?“ Dass darauf ein vielstimmiges „Unser“ erschallte, erinnerte dann doch wieder an pandemiefreie Zeiten.

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