Bürstadt

Kappenabend Nachwuchs erobert die Herzen der Zuschauer / Einblicke ins Vereinsleben sorgen für Lachtränen

Bürstädter KKM bändigt närrisches Chaos

Archivartikel

Bürstadt.Die Kappenabende des Katholischen Kirchenmusikvereins (KKM) sind immer für eine Überraschung gut. So auch am vergangenen Freitagabend. Unter dem Motto „Vorhang auf und Bühne frei“ mussten Moderator Freddy Kruschenski und seine reizende Assistentin Yvonne Brenner immer wieder ihr Improvisationstalent unter Beweis stellen.

Denn krankheitsbedingt hatte nicht nur das junge Büttenass Leonie Weitz absagen müssen. Auch die SKK-Tanzmariechen Jenny Deutsch und Viviane Mallig konnten nicht auftreten. Doch dank guter Kontakte sprangen die BFC-Funkenmariechen Lara Brückmann und Linea Bachmann ein. Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt eroberten sie auf Anhieb die Herzen der Jokusjünger.

Als Matrosen, Mönche, Kardinäle, Cowboys oder Indianer verkleidet, brachten die KKM-Frauen mit neckischen Hütchen und Federboas auch Flitter und Glitter ins Spiel. Prinzessin Sabine III. und Prinz Michael II. samt Gefolge jubelten und klatschten bei pointierten Büttenreden und präzise ausgeführte Tänzen. Bei den Fastnachtsschlagern stimmten sie gerne mit ein.

Musiker Jean Diehl gelang es zudem, kleinere, ungeplante Pausen geschickt zu überspielen. Zudem ließen Kruschenski und Brenner mit unwiderstehlichem Charme, frechen Witzen und lustigen Ansagen das Stimmungsbarometer in die Höhe schnellen.

Dieses heizten auch Laurin und Constantin Morweiser als kesse „Demonstranten“ mit an. Die beiden KKM-Jungmusiker freuten sich über die „Friday for future“-Demos, denn „da brauche ich nicht in die Schule“. Zudem müsse die Erde gerettet werden, ist sie doch der einzige Planet, auf dem es Bier gibt. Schenkelklopfer gab’s auch zum Thema Elektroauto: „Wenn’s geklaut wird, kann es net so weit weg sein!“

Insiderwissen gibt den Büttenreden von Uschi Pabst die humorvolle Würze. Als „Fraa vum Ersten Vorsitzenden“ bestens informiert und von einer passenden Bilderpräsentation begleitet, lachte sich das Publikum fast schlapp über mehr oder weniger „geheime“ Anekdoten aus dem Vereinsleben. Sie wurde ebenso mit langanhaltendem und stehendem Applaus gefeiert, wie HCV-Büttenass Thomas Haberer als „Sainäwwelskett“ dem Publikum die Lachtränen in die Augen trieb. Dagegen waren die Tränen der Rührung in den Augen von Heike Hildebrand nicht zu übersehen. Am Ende eines hinreißenden Vortrags über das Leben einer Schulmama teilte sie mit, dass sie nach 28 Jahren als aktive Fastnachterin eine Schaffenspause einlegen will. Für sie schloss sich ein Kreis: Denn bei der KKM hatte ihre Karriere als urkomische Vertreterin der närrischen Zunft begonnen.

Den SKK-Riwwelkigelsche gelang es schnell, die kurzzeitig aufkommende Sentimentalität zu vertreiben. Sie stürmten als Indianer die Bühne und eroberten im Sturm so manchen närrischen Skalp. Die Trommelformation „Gehörsturz“ vom Spielmannszug der Feuerwehr Bürstadt-Hofheim machte zum großen Finale ihrem Namen ganze Ehre. Laut, hinreißend, rhythmisch, mit Attacken auf Gehör und Zwerchfell, erhielten sie ebenso den KKM-Hausorden wie alle anderen Akteure auf und hinter der Bühne. Nur dem KKM-Trompetensatz verpasste Kruschenski einen Tadel. Hatte es die Truppe doch diesmal nicht geschafft, etwas zum närrischen Kappenabend beizutragen.

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