Bürstadt

Soziales Verband stellt Jahresbericht in Bürstadt vor / Aus- und Umbau des Altenheims St. Elisabeth kostet 6 Millionen Euro

Caritas braucht noch mehr Mitarbeiter

Bürstadt.„Bunte Vielfalt“ lautet das Motto beim Caritasverband Darmstadt, der im Kreis Bergstraße zu den größten Arbeitgebern zählt. Erstmals stellte der Caritasverband seinen Jahresbericht in Bürstadt vor. Hierbei informierten Aufsichtsratsvorsitzender Pfarrer Harald Poggel sowie die beiden Caritasdirektoren Stefanie Rhein und Ansgar Funcke im Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth über die Arbeit des Verbandes.

Zwei Entwicklungen stehen im Jahresbericht 2018 für die Verantwortlichen im Mittelpunkt: Zum einen wachse der Caritasverband auf gut 1500 Mitarbeiter an. Davon arbeiten 1002 Personen im Kreis Bergstraße. Ein Drittel verteilt sich auf die Stadt Darmstadt, den Landkreis Darmstadt-Dieburg und den Odenwaldkreis. 82 Prozent der Beschäftigten seien weiblich, es gebe 1057 Teilzeitkräfte.

In den vergangenen fünf Jahren seien die Personalkosten von 27,34 Millionen Euro auf 33 Millionen Euro gestiegen – bedingt durch Ausweitung, Eröffnung und Ergänzung von Dienstleistungen, aber auch durch Personalanpassungen aufgrund einer erhöhten Nachfrage.

Denn der zweite Trend sei, dass immer mehr Menschen Unterstützungsleistungen benötigen. „Kinder, Menschen mit Behinderung, Pflegebedürftige, suchtkranke Menschen oder Menschen, die nicht mehr wissen, wie es weiter gehen soll, aufgrund von Trennung, Jobverlust oder Flucht. Sie alle finden in unseren Einrichtungen Menschen, die ihnen empathisch und professionell neue Wege aufzeigen“, sagte die Caritasdirektorin.

Beispielsweise wurden 361 Fälle im Migrationsdienst beraten, 263 Kinder haben die Hausaufgabenhilfe besucht, 300 Menschen die Beratungsangebote der Gemeindepsychiatrischen Zentren in Anspruch genommen. 512 Menschen nutzten das Suchthilfezentrum in Heppenheim, 344 die stationären Suchtangebote. Weiterhin werden 356 stationäre Heimplätze in Bensheim, Bürstadt, Einhausen und Lampertheim angeboten und rund 1500 Menschen durch die ambulanten Pflegedienste betreut. 1500 Personen suchten die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Fürth und gut 5800 Menschen die Allgemeine Lebensberatung in Heppenheim auf.

Chancenverteilung ungleich

„So lange in unserer Gesellschaft die Chancenverteilung so ungleich sind, so lange ist die Arbeit von Wohlfahrtsverbänden wie der Caritas unerlässlich“, betonte Poggel. Die Ausgaben der Caritas finanzierten sich 2018 über öffentliche Zuschüsse (5,19 Millionen Euro), über Leistungen der Sozialversicherung (27,7 Millionen Euro), über Spenden (257 000 Euro), Beiträgen der Menschen, die Leistungen der Caritas in Anspruch nehmen (6,32 Millionen Euro) und über Mittel der Caritas wie Kirchensteuer, Mieten, Zinsen und Förderfonds (5,6 Millionen Euro). „Wenn die Gesellschaft in Soziales investiert, investiert sie immer auch in die eigenen Sozialsysteme, nicht nur in die Lebensqualität der Menschen“, meinte Funcke. Das Geld, mit dem die öffentliche Hand und die Kirchen soziale Dienstleistungen finanzieren, sei nicht einfach verbraucht.

Der Vorstand verwies auf einschlägige Studien: Wenn die öffentliche Hand 100 Euro für Leistungen ausgebe, die die Caritas erbringt, nehme sie 54 Euro direkt wieder ein. Etwa, weil Seniorenheim, ambulante Pflegedienste oder Beratungsstellen vor Ort einkaufen und Handwerkerleistungen beantragen.

So wie bei der „Baustelle“ in Bürstadt. Der Caritasverband investiert rund 6 Millionen Euro in die Modernisierung des Alten- und Pflegeheimes St. Elisabeth. Dieses wird in den nächsten vier Jahren um einen Anbau mit 24 Zimmern erweitert. Das Land Hessen beteiligt sich mit 3,5 Millionen Euro daran. Auch in Bensheim und Lampertheim sind Baumaßnahmen für die moderne Altenhilfe auf den Weg gebracht worden.

Den Verband beschäftigt aber auch der Fachkräftemangel. Rechnerisch kämen auf 100 offene Stellen nur 21 Bewerber. Man hoffe, dass die Caritas als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werde. Hierbei betonten die Verantwortlichen, dass die Caritas Vielfalt lebe: zahlreiche Religionen, Kulturen, Sprachen, Menschen mit und ohne Behinderung sowie eine breite Altersstruktur seien bei den Mitarbeitern zu finden.

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