Bürstadt

Soziales Direktorin Stefanie Rhein und Sandra Braun vom Bürstädter Stützpunkt machen Bedarf deutlich / Noch sind Ausbildungsplätze im Kreis offen

Caritas wirbt um weitere Angestellte in der Pflege

Archivartikel

Bürstadt.„Was tun, wenn Trägern Pflegekräfte fehlen?: Mit dieser Frage beschäftigte sich die Ökumenische Sozialstation Bürstadt bei einem Pressegespräch, um so auf den Pflegenotstand aufmerksam zu machen.

„Wir sind noch gut aufgestellt, 45 Mitarbeiter kümmern sich um etwa 550 Patienten. Doch wenn nur ein Mitarbeiter ausfällt, beginnt schon die Mehrbelastung für alle anderen Fachkräfte“, erklärte Sandra Braun, Leiterin des Stützpunktes in Bürstadt. Die Mitarbeiter betreuen das Gebiet von Groß-Rohrheim über die Großgemeinde Biblis und Hofheim bis nach Bürstadt und Einhausen.

Insgesamt arbeitet fast die Hälfte der rund 1500 für dem übergeordneten Caritasverbandes Darmstadt Tätigen im Bereich Pflege, einem Arbeitsplatz, der mit Problemen kämpft. „Schicht- und Nachtarbeit, Arbeit an Sonn- und Feiertagen und die körperlich schwere Arbeit führen zu einer hohen Belastung und wirken wenig attraktiv“, weiß auch Caritasdirektorin Stefanie Rhein.

Die Caritasmitarbeiter seien sehr gut qualifiziert und hoch motiviert. Jedoch seien viele auch schon über 60 Jahre alt. Und bei manchen hinterlasse der schwere Job gesundheitliche Spuren. So ist der Caritasverband stets auf der Suche nach qualifiziertem Nachwuchs. „Es gab nun auch Änderungen in der Ausbildung zum Pflegefachmann/frau, dies soll den Zugang erleichtern“, erklärte Sandra Braun.

Im Oktober beginnt eine Auszubildende in der Ökumenischen Sozialstation Bürstadt nach der neuen Regelung ihre dreijährige Ausbildung, ein Ausbildungsplatz in Bürstadt ist noch offen. Im Verband gibt es weitere noch nicht besetzte Ausbildungsplätze. In Bürstadt absolvieren drei Auszubildende aktuell ihren Dienst.

„Auch Quereinsteiger werden bei uns auch entsprechend gefördert und qualifiziert“, betonte Rhein. Für die Zukunft benötige der Caritasverband mehr Pflegekräfte, damit die sieben ambulanten Sozialstationen des Verbandes die Anfragen aller Hilfesuchender erfüllen könnten. „Der Bedarf steigt, gerade auch in Bürstadt. Unsere Stadt wächst und damit müssen wir auch für den demografischen Wandel gerüstet sein und für Bürger vor Ort stabile Strukturen hinsichtlich Lebensqualität bis ins hohe Alter schaffen“, erklärte Bürstadts Bürgermeisterin Bärbel Schader, die als Vorsitzende des Kuratoriums Rede und Antwort stand.

Die Stadt Bürstadt beteiligt sich schon an der Finanzierung von niederschwelligen Betreuungsangeboten, um pflegende Angehörige zu entlasten. Dies komme allen Klienten des Geschäftsgebietes der Caritas in Bürstadt zugute.

Stefanie Rhein betonte, dass die Caritas wegen der Tarifvereinbarungen ein guter Arbeitgeber sei. „Kommen Sie vorbei, informieren Sie sich, schnuppern Sie bei uns in den Pflegeberuf hinein“, waren sich Rhein und Braun einig.

Ebenso ging ein Aufruf an alle, die sich gerne ehrenamtlichen im Rahmen der Angebote der Caritas einbringen möchten, in Bürstadt etwa bei den niederschwelligen Betreuungsangeboten für Senioren oder dem Männertreff. Ebenso werden Fahrer gesucht, welche die Besucher zu den Angeboten transportieren. Alle Anwesenden mahnten: Fehle es an Pflegefachpersonal oder an unterstützende Ehrenamtliche, könne das vorhandene Hilfssystem nicht mehr qualitativ und so breitgefächert aufrechterhalten werden wie bisher. str

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