Bürstadt

Kampagneneröffnung Fastnachter melden sich mit einem Online-Stream aus dem Vereinsheim

Courage-Ordensträger schicken dem HCV Grüße

Archivartikel

Bürstadt.Schwester Fastnacht darf 365 Tage länger schlafen. Den zusätzlichen Schönheitsschlaf hat ihr die Corona-Pandemie verschafft. Alle närrischen Veranstaltungen wurden landesweit abgesagt. Ohne Prunksitzungen, Lieder, Tanzaufführungen, Büttenreden, Schunkeln, Kostümen, Gelächter und Helau haben sich auch die Bürstädter Narren von der fünften Jahreszeit mit Tränen in den Augen verabschieden müssen.

Doch halt! Ein kleiner blau-weißer Haufen unverbesserlicher Jokusjünger hat mit viel Herzblut Schwester Fastnacht in ihrem Tiefschlaf gestört. Ganz im Zuge neuer technischer Möglichkeiten hat der Heimat- und Carnevalverein (HCV) die Kampagne online im Live-Stream eröffnet. Auch wenn technische Schwierigkeiten zu Beginn einer Metapher in schwierigen Zeiten glichen – die HCVler überzeugten einmal mehr mit Humor und Kreativität.

Präsident Patrick Brenner und Vereinschef Frank Reichmann, beide im vollen närrischen Ornat, sangen Geburtstagsständchen und tanzten im Sicherheitsabstand durch den Saal des Vereinsheims. Mit einem dreifach donnernden Helau wurden die Zuschauer begrüßt. Bürgermeisterin Bärbel Schader überbrachte ebenso die guten Wünsche per Video wie das weiterhin amtierende Prinzenpaar Sabine III. und Michael I. Auch wenn die Kampagne ein „bisschen anders als sonst“ verlaufe, schwor Frank Reichmann seine Mitglieder darauf ein, sich „nicht unterkriegen“ zu lassen.

Gemeinsam schwelgten die Narren in großartigen Erinnerungen. Die Gedanken gingen zurück zu vier großartigen Prunksitzungen, einem phänomenalen Ordensfest und einer rauschenden Frauensitzung. Courage-Ordensträger wie Bülent Ceylan, Lars Reichow, Franz Lambert, Wolfgang Bosbach und Jutta Fleck, die als „Frau vom Checkpoint Charly“ mit dem HCV heute noch eng verbunden ist, beklagten den „doofen Virus“, hatten „Tränen der Trauer“ in den Augen oder gestanden freimütig und glaubhaft: „Ich hab’ euch lieb!“

Doch bei aller Trauer stand neben der Online-Narretei der Aufruf zum Zusammenhalt im Mittelpunkt. Dabei klang das „Mer sin de HCV“ fast wie eine Kampfansage an die Covid-19 Viren. Fest zusammenstehen, das Beste daraus machen und wenn möglich den Kontakt zueinander halten, das soll die Devise beim Durchschreiten der sitzungsfreien Zeit sein. Als Pille gegen Entzugserscheinungen empfahl die Vereinseinführung seinen Mitgliedern das Anschauen von Sitzungs-CDs aus vergangenen Zeiten.

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