Bürstadt

Kulturbeirat Mirja Regensburg spricht über Figurprobleme und zu geringes Selbstbewusstsein von Frauen / Die Nordhessin präsentiert sich witzig und schlagfertig

Das Gedicht über Bürstadt begeistert die Gäste im Bürgerhaus

Archivartikel

Bürstadt.Extrem witzig und sehr schlagfertig präsentierte sich Comedian Mirja Regensburg mit ihrem Programm „Mädelsabend“ beim Kulturbeirat im Bürgerhaus Bürstadt. In der ersten Viertelstunde widmete sich die Komikerin nur dem überwiegend weiblichen Publikum und zwar sehr charmant, aber pointiert mit einigen Spitzen.

Eine Gruppe junger Frauen ganz vorne hatte sich eigens für den Abend mit Schärpen ausgestattet – mit denen plauderte sie natürlich gerne. Auf der anderen Seite stieß sie in der ersten Reihe auf Karl, einen älteren Mann, der nicht immer auf ihre Bemerkungen reagierte. Als schließlich sein Hörgerät piepte, fand sie das besonders lustig – und mit ihr das Publikum. Schließlich bat sie eine Frau in der Nähe, auf ihn achtzugeben.

Um das Publikum kennenzulernen, forderte sie alle auf, ihren Namen und Wohnort zu nennen. „So haben wir alles auf einmal erledigt.“ Mit ihrem eigenen Namen gebe es immer wieder Verständnisprobleme. „Ich hab‘ mich beim Soundcheck dem Techniker mit Mirja Regensburg vorgestellt und der hat geantwortet: ,Alex, Bürstadt’.“

„Muffin-Hose“ zwickt

Besonders viele Lacher erntete sie beim Griff an ihren Bauch zur „Muffin-Hose“, wo oben was herausquillt: Sie nahm die Speckfalte mit Humor. „Jede von uns hat doch eine Jeans zuhause, von der man denkt, irgendwann passt die wieder.“ Damit wollte sie ein „Mahnmal“ und Vorbild sein, weil es so wenige Frauen gebe, die mit sich zufrieden seien. „Tragt eure Muffin-Jeans mit Stolz, ihr seid gut, so wie ihr seid“, rief sie den Damen im Publikum aufmunternd zu. Sie kenne nur eine Freundin, die mit sich zufrieden sei. „Und die kifft den ganzen Tag“, fügte sie mit einem schelmischen Grinsen an.

Dann demonstrierte sie, was sie als Nordhessin bei ihrer Ausbildung in Hamburg gelernt hat. „Die Hansestadt ist für zwei Sachen berühmt: die Reeperbahn und Musicals. Zuerst hab’ ich es mit Stangentanzen versucht, aber ich hab’ aufgegeben wegen Chromallergie. Die Besucher haben schon versucht, auf meinem Rücken die Pusteln als Blindenschrift zu lesen.“ Tatsächlich war sie an der Musicalschule und hat dort gelernt, wie man das Drama ins wahre Leben einbaut. Dabei stellte sie gleich ihre Fähigkeit vor, Dialekte und sprachliche Einschläge zu imitieren, etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Als sie das Lied „Memories“ des Musical „Cats“ mit eigenem Text zum Besten gab, lauschte das Publikum ganz beeindruckt angesichts ihrer großen Stimme. Überzeugend war auch ihre Spontaneität: Regensburg sammelte Begriffe aus Bürstadt, aus denen sie ein Gedicht formulierte – wie beim Poetry Slam. Die Zuschauer sollten das Schönste in der Stadt und das Hässlichste benennen. Dabei waren Eiscafé Kilian und Bobstadt zu hören – sehr zum Ärger der Bobstädter im Publikum. Als typisches Gericht kam „Bohnesupp und Quetschekuche“ heraus, daraus baute sie kurzerhand ein Poem für Bürstadt. cid

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