Bürstadt

KAB Ausflug zum Milchviehbetrieb Klingenhof / Einblicke, Führung und Kostproben für Bibliser Gäste

Das Leben einer modernen Kuh

Biblis.Bibliser KAB-Mitglieder haben bei ihrem jüngsten Ausflug den modernen Kuhstall der Familie Gerold, Conny und Daniel Schmidt auf dem Klingenhof in Birkenau/Hornbach besucht.

Rund eineinhalb Stunden dauerte die interessante Führung durch die Stallung. Die Teilnehmer liefen die einzelnen Stationen des Stalls ab, von der Abkalbstation, in der hochtragende Kühe circa 14 Tage vor der Geburt unter ständiger Beobachtung sind und in Ruhe abkalben können, über die Selektionsbox die für Untersuchungen der Kühe vorgesehen ist sowie den Bereich für Laktierende, in der sich milchgebende Kühe auf bequeme Komfortliegematten legen können. 75 Prozent des Tages liegen die Kühe wiederkauend auf den Matten und in dieser Zeit wird die Milch im Euter produziert.

Ein weiterer Komfort für die Kühe bietet die rotierende Kuhbürste. Hier lassen sich die Kühe, je nach Bedarf, das Fell durchbürsten was eine Wohltat für sie ist.

Für Sauberkeit im Stall sorgt ein Spaltenroboter der sechsmal am Tag die gesamte Lauffläche abschiebt.

Was die Besucher sehr beeindruckt hat war, dass die Tiere freien Zugang zur Weide haben. Jedes Tier hat somit die freie Wahl, im Stall zu bleiben oder auf die Weide zu gehen. Nach der Stallbesichtigung ging es zum Melkroboter, der mit zwei Melkboxen ausgestattet ist. Die Milchkühe laufen eigenständig in die Boxen und werden über einen Responder am Halsband erkannt. Der PC des Roboters hat alle Daten der jeweiligen Kuh gespeichert. Das Euter wird von einer Kamera erkannt und der Roboterarm setzt die einzelnen Melkbecher nacheinander an.

Hat eine Kuh frisch gekalbt wird deren Biestmilch (Erstmilch) für das eigene Kalb verwendet und in die Milchstation geleitet. Jedes Kalb bekommt rund fünf Tage die Milch von seiner eigenen Mutter. Die Milch kranker Tiere wird erkannt, ausgesondert und in den Abfluss geleitet. Nur konsumfähige Milch kommt in den Tank.

Seit etwa einem Jahr besitzt Familie Schmidt eine Biogasanlage, die mit der von den Rindern produzierten Gülle, zur Energiegewinnung, genutzt wird.

Der nach der Energiegewinnung verbleibende Gärrest wird auf die Felder verbracht und ist sogar umweltfreundlicher als reine Gülle. „Ein perfekter Kreislauf“, urteilten einige der Teilnehmer. Am Ende der Führung konnten die KAB-Mitglieder sich gegen eine kleine Gebühr selbst frische Milch aus dem am Stall befindlichen Milchautomaten zum eigenen Verzehr zapfen und mit nach Hause nehmen.

„Wir bedanken uns bei Familie Schmidt, dass wir einen besonderen Einblick in ihrem modernen Kuhstall bekommen konnten. Besonderen Dank an Daniel Schmidt für die informative Führung“, sagten die Bibliser und verabschiedeten sich von ihren Gastgebern.

Im Anschluss an die Führung kehrten die Teilnehmer in das unweit gelegene Restaurant „Athen“ ein und beendeten somit den Nachmittag. red

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