Bürstadt

Debatte zeigt Dilemma

Martin Schulte zum Bürgerbegehren in Bürstadt

Der Beitrag von Philipp Ofenloch zur Debatte um das Bürgerbegehren in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend war bemerkenswert. In mehrfacher Hinsicht. So leidenschaftlich wie eloquent forderte er eine stärkere Einbindung der Bürger in die politschen Prozesse Bürstadts. Ein sehr erfrischender Auftritt. Und wenn wir Philipp Ofenloch hier als Nachwuchspolitiker bezeichnen, ist das allein dem Alter des Mittzwanzigers geschuldet – und eben nicht seiner Kompetenz. Im Gegenteil. Bitte mehr davon.

Bemerkenswert aber auch Alexander Bauers Replik. Der Vollprofi von der CDU machte deutlich, dass nicht die Stadtverordneten als Bürgervertreter erst Mehrheitsbeschlüsse fassen können, um sie dann per Begehren zu konterkarieren. Die Forderung Ofenlochs und die Antwort Bauers offenbaren das eigentliche Dilemma – sie haben beide Recht: Der eine, wenn er vor politischer Ohnmacht warnt. Der andere, wenn er mit größerer Beteiligung der Politikverdrossenheit begegnen will. Der wichtigste Part in dieser Gleichung aber fehlt: der Wähler, der Bürger. Er muss sich interessieren für die Prozesse, während sie diskutiert werden. Darauf muss Politik hinwirken – und sich fraktionsübergreifend fragen, wie.

 
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