Bürstadt

Vereine und Corona Bürstädter Redskins laden am 19. September wieder auf den eigenen Platz ein / Cheerdance-Gruppe gegründet

„Die Jungs sind heiß darauf, endlich wieder zu spielen“

Archivartikel

Bürstadt.Die Bürstädter Redskins fiebern einem Spielbetrieb entgegen – auch wenn allen klar ist, dass dieser nicht so aussehen wird wie vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Der Football-Verband richtet eine gemischte Hessenliga ein, für alle Teams, die in der Lage sind, eine Mannschaft zu stellen. Darin treten vier Teams gegeneinander an. Neben Bürstadt sind dies Marburg, Mannebach und Gernsheim.

Bis zum 31. Juli hatten die Vereine Zeit, ihre Mannschaften für diese gemischte Liga anzumelden. Und für die Bürstädter Footballer war sofort klar, dass sie spielen wollen. Der Ligabetrieb startet am 12. September. Die Bürstädter kommen dann am Samstag, 19. September, im eigenen Stadion zum ersten Mal zum Zug. Um 14.30 Uhr spielen sie gegen die Marburg Mercenaries. Die zweite Begegnung ist am Samstag, 3. Oktober, ebenfalls in Bürstadt. Um 14.30 Uhr sind die Black Goats Mannebach zu Gast. Und am letzten Spieltag, dem 10. Oktober, sind die Redskins in Gernsheim zu Gast.

„Außerdem haben sich die U 13 und die U 16 beim Verband gemeldet“, erklärt Harry Frommeld, Sprecher des Vereins. Die U 16 geht eine Spielgemeinschaft mit Nauheim ein. Hier stehen allerdings noch keine Spieltermine fest. Für das vierte Team, die U 19, kamen nicht genügend Spieler zusammen.

Für die U 13 beginnt der Spielbetrieb ebenfalls am Samstag, 19. September. Um 10 Uhr trifft die U 13 auf die Naunheim Wild Boys. Um 12.30 Uhr spielt der Nachwuchs gegen die Mainz Golden Eagles. Der gesamte Verein freut sich darauf, sich wieder sportlich messen zu können. „Die Jungs sind heiß und wollen endlich wieder spielen“, so Frommeld. „Sie haben über Monate hart gearbeitet“, fügt er hinzu. Denn die Bürstadt Redskins waren einer der ersten Vereine in dieser Sportart, die wieder mit dem Training angefangen haben. Sie feilten an einem Sicherheitskonzept, das via Skype-Konferenzen im Internet miteinander erarbeitet wurde. Und so war schon sehr früh ein kontaktfreies Training möglich: mit 50 Leuten, die auf dem riesigen Feld einen Abstand von zehn Metern zum Nebenmann hielten. Darauf bauten die Sportler auf und gingen bei jeder Lockerung einen Schritt weiter.

„Der Verein ist Familie. Und wenn wir nicht trainieren, verlieren wir die Familie“, macht Frommeld deutlich. Um dieses Familiengefühl zu erhalten, treffen sich auch die Cheerleader regelmäßig. Für sie liegen die Wettkämpfe allerdings noch in weiter Ferne. „Nach derzeitigen Planungen können wir frühestens im Frühjahr 2021 wieder damit rechnen, bei Hessischen Meisterschaften anzutreten“, bedauert Frommeld. Denn eigentlich waren vier Teams aus den drei Mannschaften für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Sie sind jedoch wie alle Wettkämpfe für dieses Jahr abgesagt worden. Dennoch haben die Cheerleader ihr Training in kleinen Einheiten wieder begonnen.

Und die Redskins möchten um eine weitere Sparte wachsen und künftig auch Cheerdance anbieten. Bei diesen Choreographien mischen sich verschiedene Tanzelemente. Der Cheerdance kommt außerdem ohne Hebefiguren aus und ist damit nicht so anstrengend wie das Cheerleading. Um Mädchen für diese Sparte zu interessieren, haben die Redskins drei Ferien-Workshops angeboten. Nun soll auch ein reguläres Training in diesem Bereich angeboten werden. Wettkämpfe sind allerdings keine vorgesehen.

Wie Brüder und Schwestern

„Wir haben hier einen unglaublichen Zusammenhalt“, freut sich der Sprecher. Der Verein mit seinen 300 Mitgliedern lebe vor allem vom ehrenamtlichen Engagement jedes Einzelnen. Und sie seien froh über den Rückhalt, den sie in ihrem Mutterverein, dem TV Bürstadt, finden. Denn in dessen Leichtathletikstadion mit 5000 Quadratmetern Fläche finden die Footballer genug Platz, ihren Sport auch jetzt auszuüben. Und Zuschauer auf Abstand zu halten, wenn nun wieder Spiele stattfinden können. Denn an manchen Spieltagen kamen in der vergangenen Saison bis zu 500 Leute zusammen.

Familie ist für Frommeld ein wichtiges Stichwort. Es steht für die Werte, denen sich die Footballer verpflichtet haben. Ebenso wie die Worte Mut, Toleranz, Disziplin, Opferbereitschaft und gegenseitige Achtung. „Die Sportler hier sind wie Brüder und Schwestern“, erklärt er. Diese Werte habe der Verein von den „Native Americans“ übernommen, die im deutschen Sprachraum als „Indianer“ bezeichnet würden. Und für diese Werte stehe auch der Name „Redskins“, den sich die Footballer bei ihrer Gründung im Jahr 1979 gegeben haben.

Frommeld hat die Diskussionen um die Washington Redskins mitverfolgt, die sich in Washington Football Team umbenannt haben. Dieser Verein sei mit Skandalen behaftet, die sich um die Themen Rassismus und Sexismus gedreht hätten. Deshalb sei es zur Umbenennung gekommen. Doch er sieht keine Notwendigkeit für den Bürstädter Verein, sich einen neuen Namen zu geben. „Wir distanzieren uns von dem, was in Washington passiert ist. Aber wir distanzieren uns nicht von den Werten, die wir mit dem Namen Redskins verbinden“, macht Frommeld deutlich. Und er ist sich sicher, dass diese Werte den Verein auch durch die Corona-Krise tragen.

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