Bürstadt

Bildungs- und Sportcampus Haupt- und Finanzausschuss gibt Investitionssumme frei / SPD fordert vorab genauere Zahlen

Die Millionen sollen fließen

Archivartikel

Bürstadt.Noch häufen sich Berge von Sand und Geröll, wo bald ein schön begrünter Bewegungsgarten entstehen soll. Ein einsamer Bagger steht mittendrin. Das Gelände gehört zu Bürstadts künftigem Bildungs- und Sportcampus. Das Geld für die umfangreichen Umbauarbeiten könnte demnächst fließen: Im Haupt- und Finanzausschuss ist jetzt die Entscheidung gefallen, die einzelnen Etats fürs Bildungszentrum, die Außenanlagen und schließlich das Gesamtpaket freizugeben. Das letzte Wort hat am Mittwoch, 18. März, das Stadtparlament.

Im ersten Punkt stimmten sowohl CDU und FDP als auch die Sozialdemokraten mit Ja. Lediglich Erhard Renz von den Grünen votierte dagegen. 2,7 Millionen Euro netto sind für das Bildungszentrum vorgesehen, das Platz für Umkleiden, Seminar- und Trainingsräume bieten soll. Vor allem aber eine Tribüne, die einen direkten Blick auf die Sportanlagen ermöglicht.

Weitere 6 Millionen Euro netto sind für die Sportanlagen und auch die Grünflächen im Außenbereich veranschlagt. In diesem Punkte verweigerte die SPD allerdings ihre Zustimmung, alle drei Ausschussmitglieder enthielten sich der Stimme. Von den Grünen gab es erneut ein Nein.

„Es steht noch eine wichtige Entscheidung aus“, begründete Gunter Kuhn (SPD) seine Enthaltung. Das Stadtparlament habe noch nicht festgelegt, was Pflege und Unterhaltung kosten sollen. „Es standen drei verschiedene Level zur Wahl“, erinnerte Kühn. Je nach Aufwand bewegen sich die Pflegekosten danach zwischen 330 000, 185 000 und 134 000 Euro, hatten die Planer im September vorgerechnet. Empfohlen hatten sie eine eher günstigere Variante.

„Die Folgekosten sind ein essenzielles Thema“, sagte Kühn nachdrücklich. Ohne eine detailgenaue Aufstellung könne die SPD ihre Zustimmung zu diesem Projekt in Millionenhöhe nicht geben. Dazu gehörten laut Franz Siegl (SPD) auch die Abschreibungen. Schon seit Monaten kritisiert er die Einschätzung der Verwaltung als zu vage.

Aus den gleichen Gründen enthielten sich die Sozialdemokraten auch bei der dritten Abstimmung zum Bildungscampus: 14,8 Millionen Euro netto kostet das gesamte Projekt – also die „planerische Fortführung und bauliche Realisierung des Bildungs- und Sportcampus“. Voraussetzung ist allerdings, dass die beantragten Fördergelder für das ehrgeizige Energiekonzept auch wirklich fließen. Die Grünen stimmten erwartungsgemäß auch hier dagegen, von CDU und FDP gab es fünfmal Zustimmung.

Verträge mit Vereinen abwarten

Wie Kuhn und Siegl deutlich machten, könnte aus der Enthaltung der SPD durchaus ein Ja werden. Vorausgesetzt, Bürgermeisterin Bärbel Schader hat bis zur Stadtverordnetensitzung noch einige Eckdaten parat: nämlich die maximalen Folgekosten, die jährlich auf die Stadt zukommen. „Das versuchen wir“, lautete die Zusage der Rathauschefin.

Genauere Zahlen könne sie allerdings erst vorlegen, wenn die Nutzungsverträge mit den Vereinen ausgehandelt sind. „Noch ist nicht klar, wer wie viel bezahlt“, machte Schader deutlich. Zumal es eine ganze Reihe von Vereinen ist, die sich auf neue, moderne und zum Teil größere Außenanlagen freut: die Fußballer von VfR und Jugendförderverein, der Turnverein, die Pfeil- und Bogenschützen und die Radfahrervereinigung.

Die Planer gehen fest davon aus, dass sich die Sportler an der Instandhaltung der von ihnen genutzten Bereiche nach wie vor beteiligen. Damit kämen auf die Stadt deutlich niedrigere Kosten zu. „Eine Entscheidung über den Pflegelevel kann erst dann getroffen werden, wenn wir die Nutzungsverträge festgelegt haben“, erläuterte Schader. Ausschlaggebend seien schließlich die Kosten, die auf die Stadt zukämen.

Auch bei den Abschreibungen könne das Rathaus noch keine fixen Beträge nennen. „Die richten sich nach den genauen Investitionssummen“, machte Bärbel Schader deutlich. Und hier gebe es noch einige Unbekannte, sowohl bei den Fördergeldern als auch bei Projekten mit anderen Bauherren. Das gelte beispielsweise für die Dietmar Hopp Stiftung.

Info: Das Stadtparlament tagt öffentlich am Mittwoch, 18. März.

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