Bürstadt

Erich Kästner-Schule Förderverein befindet sich im Umbruch / Wenn niemand übernimmt, droht die Auflösung

Dringend Nachfolger gesucht

Archivartikel

Bürstadt.Wenn sich am kommenden Montag keine neuen Leute für den Vorstand finden, löst sich der Förderverein der Erich Kästner-Schule auf. „Es ist so wichtig für die Schule, dass es den Förderverein gibt, und es ist nur ganz wenig Arbeit“, betonte die erste Vorsitzende Mercedes Borkenhagen. Sie will ihren Posten abgeben, weil ihr Kind im Sommer die EKS verlässt.

Außer ihr wollen auch die Kassiererin, die Schriftführerin und Beisitzer den Verein verlassen. „Wir haben ganz klar die Vorgabe in der Satzung, dass wir darüber abstimmen, den Verein aufzulösen, wenn sich keine Nachfolger finden. Und das wäre extrem bedauerlich“, berichtete die erste Vorsitzende. Der Förderverein hat derzeit ein Vermögen von rund 30 000 Euro. Sollte er sich auflösen, fließt das Geld an den Kreis. Der hätte zwar die Vorgabe, es für die EKS einzusetzen, aber sicher ist sich Mercedes Borkenhagen da nicht.

In den vergangenen Jahren hat der Verein einiges für die Schüler angeschafft. „Darunter viele Instrumente der Schulband und Dinge für den Chor wie Mikros und unzählige Kabel und Adapter“, zählte die Vorsitzende auf. Für den Kunstunterricht gab es einen neuen Brennofen, für Sport und die bewegte Pause Hockeyschläger, Bälle und ein Alu-Kleinfeldtor.

Zugesagt sind bereits die Licht- und Tonanlage für die neue Aula, die bis 15 000 Euro kosten, außerdem Molekülbaukästen für Chemie und Bio und ein Holzbrennofen für das Schulgelände.

Ohne den Förderverein könnte in der Mediothek nichts mehr angeschafft werden. Monatlich werden rund 500 Euro für neue Bücher und Medien bereitgestellt. Die Ausbildung und Ausstattung der Schulsanitäter wird vom Verein bezahlt, ebenso die Autorenlesungen und Projekte für Jugend forscht.

Lehrer Arno Lannert stellt immer wieder Anträge für die Lernagenten, um diese bezahlen zu können, und Lehrerin Elke Wagner-Pommerenke beantragt sehr oft neue Materialien für die Naturwissenschaften, damit der Praxisbezug hergestellt werden kann.

Mercedes Borkenhagen war jetzt vier Jahre im Amt und findet es wichtig, dass man einen Bezug zur Schule hat. Den hat sie nach Ende dieses Schuljahres allerdings nicht mehr. „Ich war mit Herzblut dabei. Es ist ein Amt, das sehr viel Spaß macht“, erzählte sie. Die Vorsitzende hatte den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen. In ihrer Amtszeit wurde eine Seite bei Facebook eingerichtet. „Darauf haben wir immer Fotos und Neuigkeiten gepostet“, berichtete sie. Bei den Einschulungen war die Vorsitzende jeweils dabei und warb bei den Eltern kräftig für den Förderverein. Das letzte Mal erst kürzlich beim EKS-Ehrungsabend im Bürgerhaus.

Eine Stunde Zeit pro Monat

Es kamen zwar Mitglieder dazu, aber dem Vorstand hat es nicht geholfen. Schon bei der vergangenen Sitzung waren die Vorstandsmitglieder unter sich, lediglich die Schulleitung war noch vertreten. „Das meiste kann völlig unbürokratisch geregelt werden. Oft stimmen wir vom Vorstand per E-Mail über die Anträge ab“, betonte sie. Lediglich für eine Sitzung muss sie sich vorbereiten. Der gesamte Zeitaufwand betrage eine Stunde im Monat.

Für den Posten des Rechners sind keine Vorkenntnisse nötig. Ein Steuerberater unterstützt den Verein bei der Abrechnung. Es gilt, die Mitgliedsbeiträge zweimal jährlich zu kontrollieren und gegebenenfalls Rückbuchungen zu veranlassen. Die Vorsitzende hofft inständig, dass sich Nachfolger für den Vorstand finden.

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