Bürstadt

Sozialausschuss Bürstadt will Partner für Mehrwegprojekt mit ins Boot holen

Ein Kaffeebecher für das Ried

Archivartikel

Bürstadt.Einstimmig fiel im Bürstädter Sozialausschuss der Beschluss zum Antrag der SPD, dass die Stadt die Einführung eines interkommunalen Mehrweg-Kaffeebechers prüfen soll. „Nachdem Lampertheim und Biblis über eine Realisierung sprechen, sollte das auch für uns möglich sein“, erklärte Philipp Ofenloch (SPD).

Der „Riedbecher“, der in Biblis diskutiert wurde, stieß auch in Bürstadt auf Resonanz. „Den sollten wir unterstützen – und zwar in allen Riedkommunen“, so Ofenloch. Michael Sonnenberg (CDU) fand es schade, dass einige mögliche Teilnehmer bereits ein eigenes System eingeführt haben. Er hatte die Idee, in Bürstadt einen Kaffeebecher am Bahnhof zu kaufen und ihn auf dem Weg zur Arbeit in Bensheim wieder abzugeben, um ihn nicht den ganzen Tag mit sich rumzutragen.

Bürgermeisterin Bärbel Schader stellte die Frage, ob es sinnvoll wäre, die Aktion mit einem „To Go-Becher“ auf den gesamten Kreis auszuweiten. Dann könnte man beispielsweise Lorsch und Bensheim mit dazu nehmen und dort den Becher abgeben. „Das reduziert den Müll“, stellte sie fest.

CDU-Vorsitzender Alexander Bauer schlug vor, den Wochenmarkt mit einzubinden: „Es würde sich lohnen, einen Basissatz für das Mehrwegsystem anzuschaffen und dort zu verkaufen.“ Edith Appel-Thomas (SPD), die selbst öfter mit Vereinen den Kuchenverkauf auf dem Wochenmarkt organisiert, meinte, dass die Vereine das bestimmt begrüßen würden. Von der Stadt gab es bereits den „Stadtfestbecher“, der damals eingesetzt wurde. In der nächsten Sitzung des Mittelzentrums Ried wird der Mehrwegbecher Thema sein.

Eine Anfrage zum Thema Windelsäcke kam von der SPD. Seit der Einführung im März 2017 wurden 139 Säcke an 139 Kinder und 41 inkontinente Personen ausgegeben. Das hat die Stadt rund 3500 Euro gekostet. Jeder Sack wird mit 4 Euro bezuschusst. So kostet die Bürstädter jeder Sack nur einen Euro. „Menschen mit Inkontinenz müssen vorher ein Attest beim Sachbearbeiter vorlegen. Das finde ich unwürdig“, erklärt Ofenloch.

SPD fordert Windelcontainer

Der Vorschlag der SPD war, von den Windelsäcken abzulassen und den Windelcontainer aufzustellen. Bauer entgegnete, dass oft sogar Windeln von den Kitas und dem Altenwohnheim über den Restmüll entsorgt werden und das gängige Praxis sei.

Edith Appel-Thomas machte unter Punkt Verschiedenes auf ein Projekt der Kommune Hütschenhausen aufmerksam. Dort fährt ein „Bürgerbus“ Leute zu Arztterminen oder an andere Stellen, weil die Kommune eher strukturschwach ist. „Das läuft alles komplett über Spenden, und wir wollen dafür demnächst einen Antrag stellen. Es wäre schön, wenn wir auch so ein Projekt umsetzen könnten“, erläuterte sie.

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