Bürstadt

Vortrag Kommissarin Christel Shelton zu Gast beim Bürstädter Seniorenbeirat

Eindringliche Warnung vor Betrügern an der Haustür

Bürstadt.Fast jeden Tag gehen bei der Polizei Anzeigen wegen Trickbetrugs ein. Selbst auf den „abgedroschensten Enkelbetrug“ fallen immer wieder Senioren herein, wie Polizeihauptkommissarin Christel Shelton berichtete. Auf Einladung des Seniorenbeirates der Stadt zeigte sie unterschiedlichste Szenarien auf.

Zwar werde regelmäßig in Zeitungen und anderen Medien auf dubiose Machenschaften hingewiesen. Trotzdem ließen vermeintliche Gewinnaussichten oder das Auftauchen von „hilfreichen“ Handwerkern oder „besorgten“, aber unechten Polizeibeamter viele Menschen ihre Vorsicht verlieren. So gab Christel Shelton den Rat: „Überprüfen sie die alle Angaben und rufen sie die Polizei an!“ Denn, so mahnte sie, „das Geld, das Sie verliehen haben oder mit dem sie ihrem angeblichen Enkel aus einer Notsituation helfen wollen, sehen sie nie wieder.“

Neben den Enkeltrick-Betrügern seien häufig auch Drückerkolonnen unterwegs, die versuchten, Haustürgeschäfte abzuschließen. „Meist kommt man aus den abgeschlossenen Verträgen kaum mehr raus“, warnte Shelton. Die Hauptkommissarin hat ihre Dienststelle in Darmstadt. Das Polizeipräsidium Südhessen ist nach eigenen Angaben damit zuständig für die Sicherheitsberatung von Millionen von Bürgern.

Niemanden ins Haus lassen

„Lassen Sie niemanden in ihr Haus – auch nicht, wenn er um ein Glas Wasser bittet“, appellierte Shelton an ihre Zuhörer: Oftmals betritt ein zweiter Komplize unbemerkt die Wohnung, stiehlt oder kundschaftet aus, ob sich zu einem späteren Zeitpunkt ein Einbruch lohnt.

Auch bei „reisenden Handwerkern“, die ihre Dienstleistungen anbieten, sei Skepsis angebracht. Ebenso bei Anrufen oder Gewinnmitteilungen, die per Post kämen. In Hessen richten Betrüger und Banden jährlich einen Schaden von zwei Millionen Euro an, berichtete die Beamtin. Besondere Achtsamkeit sei auch während der Adventszeit auf Weihnachtsmärkten angebracht. Denn auch hier sind Diebe vermehrt unterwegs – und nicht selten im Team. „Nehmen sie nur wenig Geld mit und lassen sie ihre Papiere zu Hause“, riet Shelton. Angebliche Marktforschungsanrufe sollte man zudem gleich abbrechen und niemals „Ja“ sagen.

Christel Shelton ließ auch ihren Polizeiausweis herum gehen. Denn nicht selten geben sich Betrüger als „Polizeibeamte“ aus. Mit dubiosen Szenarien von vermeintlicher Gefahr bringen sie Menschen dazu, ihnen Bargeld und Wertsachen auszuhändigen. Auch wenn auf dem Display die Notfallnummer 110 erscheine, würde die Polizei diese Nummer nie benutzen. „Die Polizei nimmt kein Geld oder Wertsachen an“, erklärte Shelton.

Sicherheitsberater vor Ort

Sie forderte die Zuhörer auf, sich vertrauensvoll an ihre Kollegen zu wenden. Zudem gibt es in Bürstadt mit Bäckermeister Siegfried Gebhardt einen ausgebildeten Sicherheitsbeauftragten für Senioren. Er hält engen Kontakt zu etwa 20 ausgebildeten Kollegen. Zudem treffen sich die Sicherheitsberater zwei Mal im Jahr zu einem Stammtisch und bilden sich durch Vorträge und den ständigen Kontakt mit Christel Shelton weiter. Einen großen Wunsch hatte Shelton zum Schluss: „Keine Scheu vor der Polizei, denn wir sind auf ihre Mitarbeit angewiesen.“ Fell

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional