Bürstadt

Betreuung Älteste Bürstädter Kinderkrippe schließt in dieser Woche / Keine Ersatzplätze in Sicht / Erster Stadtrat: „Verzwickte Situation“

Eltern schicken großes Dankeschön an Glückskäfer-Team

Bürstadt.Der letzte Öffnungstag steht kurz bevor: In dieser Woche endet die Kleinkindbetreuung der Bürstädter Glückskäfer (wir haben berichtet). Die Eltern der Zwei- bis Dreijährigen nehmen das zum Anlass, sich mit einem großen Dankeschön zu verabschieden. Und um noch einmal deutlich zu machen: „Wir sind sehr traurig.“

Die Kleinen seien hier besonders liebevoll aufgenommen worden. „Sie haben mit viel Freude eine Menge gelernt, gepuzzelt, gebastelt, gesungen, getanzt, gelesen und gespielt“, schreiben die Familien Groß, Goll, Lux, Wenz, Blüm, Bechtler, Lammer, Frick und Gärtner. An vier Tagen in der Woche hat das Glückskäfer-Team bis zu zehn Kinder betreut. Weil der Raum in der Alten Schillerschule künftig für die städtische Krippe benötigt wird, müssen die Glückskäfer ausziehen.

Enttäuscht und wütend

„Ein geeigneter Ausweichraum mit Zugang zu einem kindgerechten Außenbereich wurde trotz Bemühungen vonseiten der Stadt und der Betreuerinnen bisher nicht gefunden“, bedauern die Familien in ihrem Dankeschön.

Katrin Haag, Mitverfasserin des Schreibens, wählt im Gespräch mit dem Südhessen Morgen deutlich schärfere Worte: „Es ist sehr enttäuschend, dass keine Lösung gefunden werden konnte.“ Dass man die älteste Krippeneinrichtung in Bürstadt ohne große Bemühungen schließen lasse, mache sie traurig und wütend. In der Tat hat der Trägerverein Krabbelkäfer die erste Betreuung in Bürstadt für Kinder unter Dreijährige angeboten, damals noch als Sonnenkäfer-Minis.

„Unsere Kinder haben sich so gut aufgehoben gefühlt“, erzählt sie. „Jetzt sind für andere Plätze geschaffen worden – und unsere gehen leer aus.“ Einige der inzwischen Dreijährigen könnten zwar nach den Ferien eine reguläre Kita besuchen. Die Kleineren stünden dagegen ohne Krippenplatz da. Für einige Eltern ein großes Problem, weiß Haag.

„Eine verzwickte Situation“, räumt Erster Stadtrat Walter Wiedemann ein. Zurzeit gebe es weder in den Krippen noch in den Kitas freie Plätze. Zumal während der Ferien die Einrichtungen abwechselnd für einige Wochen schließen. Ab 1. September werde eine neue Gruppe in der Kita Sonnenschein eingerichtet – für Krippenkinder sei dies allerdings keine Lösung. Wiedemann empfiehlt, bei der Tageselternbörse in Lampertheim nachzufragen. Die Schließung der Glückskäfer bedauert er. Schließlich habe die Gruppe erste Engpässe abgefedert.

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