Bürstadt

Ende des Kulturbeirats eingeläutet

Zum Artikel "Frank Herbert mit neuen Aufgaben" vom 13. Juli:

Bürstadt, die Kulturhauptstadt Südhessens, bekannt in der Metropolregion Rhein-Main-Neckar wie es eben sonst nur Großstädte wie Mannheim, Heidelberg oder Frankfurt sind. Warum? Hier geben sich seit nunmehr gut zwei Jahrzehnten namhafte Künstler, zumeist Comedians und Kabarettisten die Klinke in die Hand. Hier gehen auch Künstler auf die Bühne, die noch scheinbar unbekannt sind, jedoch Jahre später im Fernsehen nicht mehr wegzudenken sind.

Bülent Ceylan verknüpft seinen Durchbruch außerhalb "Monnems" oft mit Bürstadt, wiederholt vor ausverkauftem Haus geben Mundstuhl oder Badesalz ihre Gastspiele, Gerd Dudenhöffer, Georg Schramm und Vince Ebert lieben die Atmosphäre und das mitreißende Publikum. Das Darmstädter Kikeriki-Theater schätzt seit mehr als zehn Jahren die vielen ausverkauften Doppelauftritte im Bürstadter Bürgerhaus aufgrund der tollen Stimmung. Newcomer wie Marek Fis wissen, wie wertvoll ein Gastauftritt in dieser kleinen Stadt ist. Selbst die Kölner Stimmungs- und Kultband "Höhner" fand den Weg nach Bürstadt und versetzte das Bürstadter Bürgerhaus in ein Tollhaus.

Noch Mitte Mai ist im "Südhessen Morgen" zu lesen, wie stolz man seitens der Stadtverwaltung und des Sozialausschusses auf die Arbeit des Kulturbeirats sei, insbesondere mit welcher Begeisterung und mit welchem Elan der verantwortliche Mitarbeiter im Rathaus, Frank Herbert, die Arbeit seit vielen Jahren vorantreibt und steuert, die Künstler von einem Auftritt in Bürstadt überzeugt und verpflichtet. Und nun ist in einer beiläufigen Mitteilung zu lesen, dass mit Frank Herbert die wichtige und treibende Kraft innerhalb der Verwaltung einfach umgesetzt wird. Mehr als verwunderlich - und diese Meldung wirft einige Fragen auf.

Die Meldung seitens der Stadt erscheint wie eine Randnotiz in der Urlaubszeit. Soll diese Umsetzung möglichst von wenigen wahrgenommen werden? Der Erste Stadtrat Walter Wiedemann brüstet sich mit dem schon feststehenden Programm für 2018 und den angelaufenen Planungen für 2019. Klar, in der heutigen Zeit muss mindestens ein bis zwei Jahre im Voraus geplant werden, die Verträge müssen schon lange abgeschlossen sein. Doch wie geht es darüber hinaus weiter, wer übernimmt diese wichtige Aufgabe?

In meinen Augen ist das Ende des Kulturbeirats und der damit verbundenen Veranstaltungen eingeläutet. Nach dem sang- und klanglosen Abstieg aus der Solar-Bundesliga ein weiterer Tiefpunkt Bürstadts innerhalb der letzten Jahre. Bürstadt? Wo liegt das noch?

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