Bürstadt

Auf dem Rad durchs Ried Testfahrt auf der Familienerlebnisradroute führt von Bürstadt nach Einhausen

Erste Etappe bietet spektakuläre Aussichten

Archivartikel

Bürstadt.Eigentlich ist es in der Bürstädter alla hopp!-Anlage viel zu nett und lauschig, um gleich weiter zu radeln. Aber wir haben noch viel vor. Eine Testfahrt steht an: Die neue Tour durch die Region mit dem Zungenbrecher-Namen Familienerlebnisradroute Ried führt rund 65 Kilometer lang von Bürstadt über Einhausen, Groß-Rohrheim, Biblis, Lampertheim und wieder zurück. Wir wollen es genau wissen. Hält der Name, was er verspricht? Ist die Tour familientauglich, erlebnisreich, gut zu bewältigen und voller interessanter Ein- und Aussichten?

Der Ausgangspunkt steht schnell fest: Der alla hopp!-Park soll es sein. Wohl einer der schönsten Orte in Bürstadt. Mit vielen Spielmöglichkeiten, gepflegtem Grün und bunten Sommerblühern. Um uns herum tobt das Leben. Wir schwingen uns trotzdem aufs Rad. Die Wegweiser sind ohne große Suche zu entdecken, direkt am Hauptzugang zum Park weisen sie in die Stadtmitte.

Kaum geht’s los, ist allerdings schon wieder Absteigen angesagt. Rund ums Historische Rathaus wird gebaut. Also schieben wir die Räder an den Baggern vorbei. Dann führt der Weg die Nibelungenstraße entlang. Wir bleiben stark und ignorieren Eiscafés und Bäckereien, aus denen es köstlich duftet. Schließlich liegen etwa neuneinhalb Kilometer vor uns. So richtig schön ist das Radeln hier allerdings nicht. Vor allem, als wir die Kreuzung zu Industriestraße queren sollen, wird es ungemütlich. Wie kommen wir am geschicktesten auf die andere Seite? Am besten vorsichtig und mit Tempo. Die Autos rauschen zahlreich und zügig vorbei. Mit kleinen Kindern dürfte das Ganze noch weniger Spaß machen.

Sicher drüben angelangt, tut sich die nächste Hürde auf: Wo geht es weiter? Ein Fahrrad-Wegweiser führt auf der verlängerten Forsthausstraße nach Bobstadt. Dass der Hinweis auf unsere Strecke fehlt, verwundert nicht weiter. Für die Tour werden auch andere Radwege genutzt, um mit möglichst wenig Aufwand einen eigenen Ried-Rundkurs zusammenzustellen. Allerdings müsste unser Weg nach Riedrode abbiegen, wie uns ein Blick auf die Karte zeigt. Also wieder zurück. Dann endlich entdecken wir das grüne Fähnchen, das die Familienerlebnisradroute Ried anzeigt: An einem Laternenmast in luftiger Höhe direkt bei der Tankstelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Aber egal, Hauptsache, es geht weiter, hinter dem Nettomarkt über die Felder und ab nach Riedrode. Mitten durch führt der Weg, an Dorfbrunnen und Spielplatz vorbei in den Wald. Und dort eröffnen sich die ersten wunderschönen Aussichten: Auf sattgrüne Wiesen und Felder, durchbrochen von Pappelstreifen und Wegen. Gerade ist hier eine Familie mit Pony unterwegs.

Das Radfahren macht endlich so richtig Spaß. Zwischen abgemähten Äckern entlang hilft Rückenwind beim Treten. Die Räder rollen quasi von allein. Und der Blick auf die Bergstraße ist geradezu gigantisch: Melibokus und Auerbacher Schloss zeichnen sich deutlich am Horizont ab. Der Odenwald scheint zum Greifen nah. Unter einem Kastanienbaum lädt eine schattige Bank zur Rast ein. Eine kleine Pause tut gut – Radfahren macht eben durstig.

An der Weschnitz entlang

Nur noch wenige Kilometer, dann sind wir mitten in Einhausen. Der Weg führt an der renaturierten Weschnitz entlang – einer der drei Höhepunkte, die die Route für die Gemeinde Einhausen auflistet. Den Rastplatz „Rotes Kreuz“ mit den Sitzbänken unter einer Trauerweide haben wir ausgelassen. Die dritte Sehenswürdigkeit, der Platz vor dem Rathaus, präsentiert sich allerdings überraschend anders als angekündigt: Beim Eiscafé gibt es nur Waffeln und Becher zum Mitnehmen. Die Stühle sind aufeinander gestapelt. Hinsetzen ist zurzeit nicht möglich. Allerdings gibt es während der Ferien einen kleinen Budenzauber: Von mittwochs bis sonntags stehen einige Jahrmarktwagen bereit mit Wurfbude, Crèpes-Stand und Bratwurst-Imbiss.

Wer Luft hat, packt die süße oder deftige Stärkung ein und geht ein kleines Stückchen weiter: An der Weschnitz gibt es einen Spielplatz. Und riesige Steinstufen, die bis ans Wasser reichen. Bachaufwärts finden sich noch mehr hübsche Plätzchen zum Niederlassen: vielleicht auf einer Bank mit Blick aufs glasklare Wasser – oder mitten im Bach auf einem der riesigen Findlinge.

Wer jetzt noch nicht genug hat, kann sich auf dem Einhäuser Natura Trail umschauen, der sich durch das Vogelschutzgebiet entlang der Weschnitz zieht. Oder er steigt wieder aufs Rad und strampelt weiter nach Groß-Rohrheim – unsere nächste Etappe.

Info: Fotostrecke unter suedhessen-morgen.de

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