Bürstadt

Kerwe Riedroder taufen Kranz mit Wein und Desinfektionsmittel / Livestream bringt Stimmung nach Hause

Feiern geht auch mit Abstand und Maske

Archivartikel

Riedrode.Unter dem Motto: „Kerwe dehoam“ wehrte sich die Riedroder Kerwemannschaft um Vadder Fabian Kreiling mit Ideenreichtum, neuen Technologien und ganz im Sinne der Tradition gegen die Corona-Pandemie. Auf den gebührenden Abstand achtete der Abstandsbeauftragte Julien Gündling, der mit einer entsprechend zugeschnittenen Dachlatte samt Desinfektionsmittel zur Stelle war. So konnte das Geschehen im Dorfkerwe-Livestream verfolgt werden oder war beim Kerweumzug mit Rico Bravo nicht zu überhören (wir berichteten).

„Am Freitag haben wir bis zum frühen Morgen gefeiert“, freute sich Kerweopa Bernd Deckenbach, dessen Familiengehöft zum Epizentrum der Kerwefeierlichkeiten wurde. Dank der vorab verteilten „Überlebens-Kerwepakete“ und der Möglichkeit zur Essensbestellung in den Bürstädter Gaststätten blieben zuhause die Küchen kalt. Die Riedroder feierten im kleinen Kreis in Höfen, Gärten oder vor den Häusern.

Mit selbst gebackenen Kuchen talentierter Bäckerinnen startete das Kerwevölkchen in den Sonntag. Wer nicht rechtzeitig zur Stelle war, ging leer aus.

Erstmals überpünktlich marschierte die Kerwecrew samt Kerwekranz, den Musikern Johannes und Christian sowie Ortsvorsteherin Kirstin Garb und Sonnenbotschafterin Luisa-Marie I. am alten Dorfbrunnen ein. Das Ganze wurde gefilmt und per Livestream auf der Internetplattform Twitch gezeigt.

Das Wahrzeichen der Kerwe wurde mit Wein und Desinfektionsmittel geweiht und mit vereinter Kraft in die Höhe gestemmt. Viel Lob für ihr Engagement bekam die muntere Truppe nicht nur von der Ortsvorsteherin. Auch Sonnenbotschafterin Luisa-Marie stellte fest: „Was ihr hier macht, ist richtig klasse!“

Mit deutlich angeschlagenen Stimmbändern plauderte Fabian Kreiling aus dem dörflichen Leben. Besonders amtierende und ehemalige Kerweburschen wurden sprichwörtlich durch den Kakao gezogen. Für Schadenfreude sorgten die Berichte über Abstürze von Leitern und Strafzettel, die nach einem Auswärtsspiel der FSG herein flatterten.

Kelche zerbrochen

Bedauerlich war der Verlust des großen Kerwekelches. Ging doch nicht nur dieser während der Kerwetage zu Bruch, auch die Nachbestellung „zersprang in tausend Splitter“. Der misslungene Versuch, Mundschutz in der Mikrowelle zu desinfizieren, war eine Erwähnung wert. Und die Ungeduld eines Schlepperfahrers wurde öffentlich gemacht.

Auch für die nächste Kerwerede ist schon eine Anekdote notiert: Die Kerwemannschaft „verlor“ ihren Mundschenk Robin Ofenloch. Dank kluger Voraussicht übernahm Nils Heydenreich souverän das so wichtige Amt.

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