Bürstadt

SKK Ramon Chormann zum fünften Mal im Bürstadt

„Ferz mit Krigge“ sorgen für Spaß

Bürstadt.Er ist authentisch, direkt, ehrlich und redet in bester Pfälzer Mundart frei heraus wie ein Wasserfall: Doch Kabarettist Ramon Chormann – zum fünften Mal in Bürstadt zu Gast – brillierte in seinem achten Bühnenprogramm „Ferz mit Krigge“ nicht nur durch seinen klugen Blick auf Alltägliches, Übertriebenes, Nutzloses oder überteuertem Quatsch, sondern auch mit selbst geschriebenen Liedern und Texten eines echten Liedermachers, der an Udo Jürgens erinnerte.

Sich selbst am Klavier begleitend – das eindeutig für seine langen Beine zu niedrig war und so manche bissige Bemerkung zur Folge hatte – attackierte er sein Publikum mit messerscharfen Analysen des täglichen Wahnsinns. Ob gesellschaftskritisch oder politisch aktuell: Ramon Chormann legte kabarettistisch so manchen Finger in die Wunde.

Der gebürtige Bischheimer und studierte Kirchenmusiker, der bei der Meenzer Fassenacht als „de Pälzer“ sich seine ersten Meriten verdiente, begeisterte sein Publikum mit seinen Zukunftsvisionen von Essen in Tablettenform, fliegenden Autos und Paketen, die durch Rohrpost zugestellt werden. „Im Land ist es zurzeit ein bisschen komisch“, stellte er fest und forderte dazu auf, „die Gedanken den Himmel berühren zu lassen“.

Mit feinem Gespür für das Wesentliche und höchst amüsant verpackt, lästerte er über Sachen, die keiner braucht. Dazu zählte er teure Uhren und Handtaschen ebenso wie er manche Menschen bedauerte, die „solche Partner“ an ihrer Seite haben. Ärger machten auch zur Unzeit umfallende Getränkeflaschen oder eine überdimensionierte „Worschtplatt“, für die er die „rappeldürre Metzgersfraa“ verantwortlich machte. Und er riet zum Entrümpeln des Lebens.

Kurioses im Alltag

Während sich die Lachtränen auf den Gesichtern des Publikums mittlerweile in Sturzbäche verwandelt hatten, lästerte er über überteuerten Designerkram wie brettharte Markensofas und Küchenschubladen ohne Griffe. In die Kuriositäten des täglichen Lebens gehörten für ihn aber auch Kühlschränke, in denen das Licht niemals ausgeht. „Damit das Gemüse keine Angst bekommt.“

Es gelang ihm, Gedichte von Heinz Ehrhardt fein zu rezitieren und gleichzeitig scheinbare Errungenschaften wie Wellnessgläser für Brillen in Zweifel zu ziehen. „Ferz mit Krigge“ sind für Roman Chormann aber auch E-Bikes oder Wasser-Feinschmecker. „Braucht man das wirklich?“, fragte er sein Publikum, das vor lauter Lachen nicht mehr zum Klatschen kam.

Statt den Oberflächlichkeiten Raum zu geben, plädierte er für Grundwerte wie Ehrlichkeit und Wahrheit. Mit Humor, Lachen und Begeisterung begegnete er dem Überfluss. Und der Devise „höher, weiter, schneller, mehr“ erteilte er eine Absage.

Zu dem überaus unterhaltsamen Abend beim Spiel- und Kulturkreis trug auch Chormanns detaillierte Schilderung seines vermeintlichen Besuches einer Autowaschstraße bei. Ihm gelang es, dass viele Besucher wie Fische auf dem Trockenen nach Luft japsten – vor lauter Lachen. Chormann wurde nach seinem humoristischen Knallerprogramm mit stehendem und lang anhaltendem Applaus gefeiert. Einhellige Meinung des Publikums: Roman Chormann muss unbedingt wieder kommen!

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