Bürstadt

Buchtipp Iris Held empfiehlt „NSA“ von Andreas Eschbach

Fesselndes Experiment

Bürstadt.Das Bücherei-Team von St. Michael in Bürstadt empfiehlt regelmäßig Romane, Krimis und Sachbücher. Diesmal berichtet Iris Held über ihr jüngstes Lesevergnügen:

Die Romane von Andreas Eschbach basieren oft auf spannenden Gedankenexperimenten. Da geht es etwa um Maschinen aus Nanopartikeln, die alles aus der Umwelt aufbauen könnten, oder den Fund eines Videos, das Jesus zeigt. So ist es auch bei seinem neuen Buch „NSA – Nationales Sicherheitsamt“.

Der Grundgedanke ist, dass Internet und Computer einige Jahrzehnte früher erfunden wurden und somit auch den Nationalsozialisten zur Verfügung standen. Hauptfiguren sind zwei Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsamts, die Programmiererin Helene Bodenkamp und Eugen Lettke. Helene ist eine intelligente, aber politisch unbedarfte junge Frau. Lettke dagegen will die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung für einen persönlichen Rachefeldzug nutzen.

Es entwickelt sich eine spannende Geschichte, die eine gute Mischung aus tatsächlichen Gegebenheiten und einer alternativen Version darstellt. Dem Autor gelingt es meisterhaft, eine bedrückende Entwicklung der immer totaleren Überwachung am Beispiel verschiedener Figuren darzustellen. Beim Lesen schleicht sich immer wieder ein Unbehagen ein, denn diese Überwachungsmöglichkeiten sind heute sehr real und ihre Nutzung zu politischen Zwecken auch nicht abwegig.

Das Buch ist neben spannender Unterhaltung ein fesselndes Gedankenexperiment, das nachdenklich macht. red

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