Bürstadt

Brandschutz Zahlreiche Mitglieder der Bürstädter Wehr ausgezeichnet / Neuen Wechsellader offiziell übergeben

Feuerwehr ehrt ihre Jubilare

Bürstadt.Sie sind ein Teil der Feuerwehr- und Stadtgeschichte: Die ehrenamtlichen Brandschützer, Unterstützer und deren Familien. Oft opfern sie jahrzehntelang ihre Freizeit, bilden sich fort und sind bei Tag und Nacht, Wind und Wetter einsatzbereit. Ob bei Bränden, Naturkatastrophen oder Unfällen – die Ehrenamtlichen sind in Windeseile zur Stelle. Nicht umsonst betonte Bürgermeisterin Bärbel Schader beim Ehrungsabend im Bürstädter Stützpunkt: „Ich bin stolz auf die Feuerwehr!“

Zuvor stand die offizielle Schlüsselübergabe für das neue Glanzstück der Feuerwehr an: Der Wechsellader – 420 PS stark und 9,15 Meter lang – hatte schon beim Tag der offenen Tür im August die Blicke auf sich gezogen. Dabei habe die Anschaffung erst auf Platz drei im Bedarfsplan der Brandschützer gestanden, wie Bürgermeisterin Bärbel Schader im Gerätehaus berichtet.

„Wir haben ein Problem!“ – mit diesen Worten hatte Stadtbrandinspektor Uwe Schwara im vergangenen Jahr seine Hiobsbotschaft angekündigt. Denn der 32 Jahre alte Wechsellader hatte einen Getriebeschaden und war nicht mehr einsatzfähig. Statt einer Geschwindigkeitsüberwachungsanlage bewilligte das Stadtparlament 130 000 Euro für die Anschaffung eines neuen Multifunktions-Fahrzeuges. Am Ende wurde der neue Volvo, nachdem er auch feuerwehrtechnisch aufgerüstet wurde, noch 35 250 Euro teurer. Er kann verschiedene Container aufsatteln und ist im gesamten Kreisgebiet einsetzbar. Zudem sind alle nötigen Vorrichtungen vorhanden, um auch städtische Behälter transportieren zu können. Mittlerweile haben die Fahrer nicht nur eine erste Einweisung erhalten, sondern werden im Stützpunkt Mitte weiter geschult.

Neben dem neuen Wechsellader stellten die Brandschützer auch den seit Januar im Einsatz befindlichen „Erkunder Hessen“ vor. Ebenso mit Blumen geschmückt, stand der GABC-Gerätewagen bereit. Er ist mit Messgeräten, Schutzkleidung und EDV ausgestattet und kommt im Katastrophenfall zum Einsatz.

Werner Trages, stellvertretender Kreisbrandinspektor, beglückwünschte die Stadt zu den Neuanschaffungen, die die Leistungsmöglichkeiten der Bürstädter Brandschützer verstärken. Allerdings musste die vorgesehene Segnung ausfallen. Hatte die evangelische Kirchengemeinde schriftlich darauf hingewiesen, keine Fahrzeugsegnungen durchzuführen, so warteten die Brandschützer vergeblich auf das Erscheinen des katholischen Pfarrers.

Feuerwehr-Familie Engert

Für den musikalischen Rahmen sorgte der Spielmanns- und Fanfarenzug der Feuerwehr Bürstadt-Hofheim. Und überraschte später beim Ehrungsabend den fünfjährigen Louis mit einem schmissigen „Happy Birthday“. Als Mitglied der Feuerwehrfamilie Engert und seit Geburt Feuerwehrmitglied, hätte er die insgesamt 165 Jahre Familienmitgliedschaft von Sabine Gündling (25 Jahre), Klaus Engert (40 Jahre), Alfred Engert und Karlheinz Engert (beide 50 Jahre) noch auf 170 Jahre erhöht. „Ihr habt eine ganze Feuerwehrgeneration in Bürstadt mitgeprägt“, erklärte Uwe Jakob, stellvertretender Feuerwehrvereinschef.

Ebenfalls einer Feuerwehrfamilie entstammt Richard Tremmel. Für seine langjährigen Verdienste wurde der ehemalige Wehrführer mit dem Ehrenteller der Stadt ausgezeichnet. Sichtlich gerührt nahm er den neuen, modern gestalteten Ehrenteller unter dem Beifall des Publikums entgegen.

Im Beisein von Vertretern aus Politik und Feuerwehr, den Bürstädter Wehrführern Simon Lambrecht und Christian Schembs sowie Feuerwehrvereinschef Alfred Engert wurde – „das Unikat der Truppe“ – Siegfried Gebhard für 50 Jahre im Spielmannszug mit der Ehrennadel in Gold mit Diamanten ausgezeichnet. Rudolf Münch (50 Jahre) und Cornelia Hahl (25 Jahre) bekamen das Ehrenzeichen in Silber angesteckt. Linda Klenk bekommt ihre Ehrung nachgereicht.

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