Bürstadt

Politischer Aschermittwoch Fraktionschef hält Rede in Bobstadt

Franz Siegl serviert Spitzen zum Hering

Archivartikel

Bobstadt.„Der Bürgermeister bleibt die Alte, die weiter kann für sich verwalte“, reimte der Bürstädter SPD-Fraktionschef Franz Siegl beim traditionell politischen Aschermittwoch immer im Foyer der Sporthalle Bobstadt. Aufgetischt wurden Hering in Sahnesauce, Pellkartoffeln und Hausmacher Wurst. Die Speisen hatte Elisabeth Dornbusch organisiert. Dazu servierte Siegl seine Rede. Er trat wie so oft in den vergangenen Jahren als „Rentner 60 plus“ ans Pult und schoss seine Spitzen vor allem auf die Bürgermeisterin Bärbel Schader ab, die im Januar knapp vor SPD-Kandidat Steffen Lüderwald die Wahl gewonnen hatte.

„Zuspruch aus der Bürgerschaft gibt’s nicht, die ist abgeschafft. Die Zahlen zeigen dabei klar, dass kaum ein Wähler wählen war. Es hat die all nicht interessiert, wer auf dem Rathaus hier regiert“, frotzelte Siegl. Er ging auch auf das Bild einer Herde von Pferden ein, das Lüderwald im Wahlkampf einige Male genannt hatte. „Und so gesehen war ganz klar, welches Pferd die Schadern war. Die Wildpferde sind ganz meschugge, müssen nur nach unne gucke. Die Anführerin ist scheinbar klein, es muss dann wohl ein Pony sein. Aber auch Ponys machen Mist, was so ein Wildpferd nicht vergisst. Als euer Rentner 60 plus ich keine Bilder malen muss. Ich sag’s grad raus und bin bereit, für’n Pferdewechsel war es Zeit.“

„Man wartet auf die nächste Flut“

Dann wechselte Siegl das Thema und sprach über den heißen Sommer mit den Gewitterfluten im Juni: „Elementar waren viele betroffen, sind im Keller abgesoffen. Für die Verwaltung Alltagstrott, weil die ja nix zu machen hat, wenn die Kanäle überlaufen, Bewohner einer Stadt absaufen. Dann war der Regen wohl zu stark, ich bedauere, ich beklag. Und dann ist alles, was man tut, man wartet auf die nächste Flut. Von Bobstadt bis zur Pfaffenau gibt’s einen Graben mit viel Stau. Der Graben lief fast über, um zu sage: Ich kann das Wasser nicht mehr trage“, reimte der Fraktionsvorsitzende und verwies auf den Ortsbeirat, der eine Untersuchung angesagt hat.

Die Genossen quittierten seinen Auftritt mit viel Gelächter und Applaus. Zuvor hatte kurz der Kreisbeigeordnete Karsten Krug von den Themen im Kreis berichtet, wo seit zweieinhalb Jahren die große Koalition besteht. Krug kam gerade von einer Sitzung des Fahrgastbeirats, der vorher so nicht möglich gewesen wäre, wie er betonte. „Wir wollen den öffentlichen Nahverkehr verbessern. Unter anderem haben wir dazu eine Bürgerbeteiligung auf unserer Kreis-Homepage eingerichtet und bisher über 70 Anregungen erhalten. Bis Ende April wird das geschaltet sein.“

Radwege im Kreis ausbauen

Bisher ist es laut Krug gelungen, für den Busverkehr Lückenschlüsse zu machen, beispielsweise die neue Linie, die von Groß-Rohrheim bis nach Darmstadt führt. Auch am Radverkehrskonzept können sich Bürger über das Internet beteiligen. Hier werden Gefahrenstellen sowie Ideen gesammelt, wie die Radwege besser ausgebaut werden können. In Sachen bezahlbarer Wohnraum sei ein Wohnberater eingestellt worden, der die Städte und Gemeinden berate, wo sie neues Bauland ausweisen können.

Demnächst soll eine Wohnraumagentur gegründet werden, die sich leerstehenden Wohnungen annimmt. „Sie soll die Vermieter überzeugen, die Wohnungen an die Stadt oder die Kommune zu vermieten, die sie dann untervermiete. Das hat den Vorteil, dass der Vermieter auf jeden Fall sein Geld bekommt“, sagte Krug. Derzeit laufen Gespräche mit Kommunen. Im Sommer solle die Agentur starten. cid

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