Bürstadt

Ausstellung Nabu informiert im Bürstädter Rathaus über biologisch vielfältige Gärten

Futterplätze für Insekten

Archivartikel

BÜRSTADT.Längst singen Amsel und Meise ihr Lied, Zitronenfalter tanzen in der Märzsonne von Schneeglöckchen zu Osterglocken, und Hummeln brummen auf der Suche nach Nektar und Pollen durch das erste Grün. Ein guter Zeitpunkt, um eine Ausstellung zu naturnahen Gärten zu eröffnen, findet Bürstadts Nabu-Vorsitzender Michael Held. Denn insgesamt nehme die biologische Vielfalt sowohl in der Kulturlandschaft als auch in Siedlungen ab. Besonders in heimischen Gärten fänden Tiere oft nicht mehr das, was sie zum Überleben brauchen.

Darauf macht der Nabu nun mit der Ausstellung „Gönn dir Garten“ im Rathausfoyer aufmerksam. Noch bis Donnerstag, 28. März, geben Banner, Plakate und Flyer zu den herkömmlichen Öffnungszeiten Tipps, wie heimische Gärten wieder in Wohlfühloasen für Mensch und Umwelt verwandelt werden.

Denn ein Garten nah an der hiesigen Natur sei nicht nur für heimische Tier- und Pflanzenarten lebenswichtig, betonte Bürgermeisterin Bärbel Schader bei der Eröffnung. „Ein lebendiger Garten ist ein Rückzugsort für gestresste Menschen, ein eigenes, kleines Naherholungsgebiet, das uns eine Atempause im Leben verschafft“, so die Rathauschefin.

„Unsere Natur hat eigentlich schon alles so angelegt, wie es sein soll“, erklärte Held. Hauptsache bunt? Mitnichten. Denn an Exoten wie Forsythie, Bambus oder Geranien seien heimische Tiere nicht angepasst. Ökologisch seien sie meist wertlos.

„Heimische Pflanzen werden in ihren Gärten dagegen zu kleinen Tierparadiesen“, wandte sich Bürgermeisterin Schader an die Hobbygärtner, die zur Eröffnung ins Bürgerhaus gekommen waren. Trotz eines wachsenden Interesses an solchen Gärten machten Schader und Held einen generellen Rückgang von naturnahen Flächen aus. Auch in Bürstadt würden immer mehr Flächen versiegelt, Vorgärten in Steinwüsten verwandelt oder Rasenflächen angelegt.

Dabei könnten schon kleine Maßnahmen – etwa eine wilde Ecke im Garten, ein Stück Wiese statt Rasen, eine Trockenmauer oder die richtigen Balkonpflanzen – wahre Naturwunder bewirken. Und ein naturnaher Garten könne sogar weniger Pflege und Arbeit bedeuten. „Denn die Natur“, so Schader, „pflegt und reguliert sich oft von selbst“. Dabei nimmt sich die Stadtchefin selbst in die Pflicht. Beim Projekt „Soziale Stadt“ etwa wolle man mehr Frei- und Grünflächen aufwerten, außerdem noch mehr Biotopgebiete ausweisen.

„Wir müssen den Lebensraum auch für unsere Kinder erhalten. Gerade für diejenigen, die zu Hause keinen Zugang mehr dazu haben“, forderte sie. So könne jeder, ob als Hobbygärtner im Kleinen oder als Stadt im Großen, etwas gegen das Insekten-, Vogel- oder Pflanzensterben tun. Clemens und Margit Merz machen das schon lange. Trotzdem holte sich das Bürstädter Ehepaar bei der Ausstellung neue Tipps zur Gartenpflege. Im heimischen Grün haben sie von Flieder bis Distel alles, was blüht oder Insekten anlockt, erzählen sie. So können sie schon jetzt Tausende Insekten, Schmetterlinge, Falter und viele andere tierische Bewohner beobachten. Sogar Fledermäuse nutzen ihr kleines Paradies zur Nahrungssuche. Exotisch ist der Garten trotzdem: Seit Weihnachten besucht ein bunter Sittich auf der Suche nach Futter regelmäßig die Eheleute.

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