Bürstadt

Gemeinnützige Baugenossenschaft Zwölf Sozialwohnungen entstehen in der Bürstädter Burgunderstraße / Politiker drängen auf weitere Projekte

GBG freut sich über ersten Neubau seit 17 Jahren

Bürstadt.Ende des Jahres sollen bereits 16 Mieter in die zwölf neuen Wohnungen ziehen: Am Freitagnachmittag feierte die Gemeinnützige Baugenossenschaft (GBG) Bürstadt Richtfest an ihrem Neubau in der Burgunderstraße. Wo früher ein großer Spielplatz war, ist seit Januar ein vierstöckiges Gebäude mit flachem Satteldach entstanden.

Acht Wohnungen für eine Person mit rund 40 Quadratmetern sowie vier Wohnungen für zwei Personen mit rund 60 Quadratmetern finden in dem Gebäude mit Aufzug Platz. Welche das sind, steht laut GBG-Vorstand Hermann Hofmann bereits fest. Vier Mieter ziehen aus größeren Wohnungen der GBG – sie besitzt insgesamt 270 – in die Burgunderstraße. „Der Trend geht hin zu kleineren Wohnungen. Drei Zimmer, Küche, Bad brauchen wir immer weniger“, sagte Hofmann.

Günter Kohl vom Aufsichtsrat bedankte sich bei den starken Partnern – wie Stadt, Kreis und Bank – für die Unterstützung sowie bei der Nachbarschaft, die den Baulärm ohne Klagen ertragen habe. Schließlich sprach Zimmermeister Daniel Schnell den traditionellen Richtspruch und zerschmetterte ein Glas.

Nähe zu Innenstadt und Bahnhof

„Früher wurde der Bauherr auf einen Firstbalken gesetzt und so lange ums Haus getragen, bis er bereit war, etwas auszugeben“, erinnerte Hermann Hofmann an die Ursprünge des Richtfests. So weit wollte er es nicht kommen lassen und versprach allen einen Umtrunk. Dass so viele gekommen waren, freute ihn, denn dies demonstriere das große Interesse am sozialen Wohnungsbau. „Hier im Quartier haben wir bereits über 100 Wohnungen.“ Es eigne sich perfekt dafür – aufgrund der Nähe zur Innenstadt und zum Bahnhof.

Vor genau zwei Jahren hat Hofmann erfahren, dass die 880 Quadratmeter große Fläche bebaut werden darf. Viele Beschlüsse – auch durch die Politik – waren seither nötig. Architekt Werner Ofenloch sieht neben dem vierstöckigen Gebäude zwölf Parkplätze vor: 2,1 Millionen Euro kostet das Projekt, das Firmen aus der Region realisieren.

Die GBG baut seit 17 Jahren zum ersten Mal wieder. „Wir haben das Vertrauen neu aufgebaut und wollen hier weitermachen“, sagte Hofmann in Richtung Stadt. Dafür wünscht er sich günstige Flächen, wenig Bürokratie und Zuschüsse. Anders sei sozialer Wohnungsbau nicht zu realisieren. Bürgermeisterin Bärbel Schader (CDU) versprach, „dieses zarte Pflänzchen“ weiter zu pflegen. Auch Kreisbeigeordneter Karsten Krug (SPD) sagte seine Unterstützung zu. „Wir wollen es als Startschuss sehen, denn wir brauchen viele solcher Projekte.“ Diese seien noch viel zu selten: Seit 2000 sei jede zweite mietpreisgebundene Wohnung im Kreis weggefallen.

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