Bürstadt

Wohnungsbau Reaktion auf Vorstoß der Ex-Bürgermeister

GBG-Vorstand „überrascht“

Bürstadt.. Hermann Hofmann, einer der drei Vorstände der Bürstädter Gemeinnützigen Baugesellschaft (GBG), reagiert „vollkommen überrascht“ auf den Vorstoß der beiden ehemaligen Bürgermeister Alfons Haag und Horst Strecker. Wie gestern berichtet, appellieren beide an die Kommunalpolitik, mehr für sozialen Wohnungsbau zu tun und konkret im Neubaugebiet Sonneneck Flächen für die GBG zu reservieren. „Das war mit uns nicht abgesprochen. Dieser Vorstoß ist mir unverständlich“, sagte Hofmann auf Nachfrage.

Die Baugenossenschaft habe am Sonneneck bislang auch kein Interesse bekundet, so Hofmann weiter. Die Finanzierung des Neubaus von Sozialwohnungen in der Burgunderstraße sei schon schwierig genug gewesen. Dann folge das Objekt in der Römerstraße. Im Widerspruch zu Strecker und Haag sieht der GBG-Vorstand „den Riesenbedarf in Bürstadt auch gar nicht.“ Die Zahl der Interessierten auf der Warteliste schwanke zwischen 50 und 150. Allerdings seien immer erst die amtliche Berechtigung sowie die Sozialverträglichkeit zu prüfen.

Beim Spatenstich für die zwölf neuen Sozialwohnungen in der Burgunderstraße im Januar hatten Hofmann und Vorstandskollegin Silke Seipp noch erklärt, es würden wesentlich mehr Sozialwohnungen gebraucht. Die Zahl der Bewerber bezifferten sie damals mit 80.

Hofmann erläuterte, dass die Bürstädter Baugenossenschaft im Gegensatz zu denen benachbarter Kommunen ausschließlich im sozialen Wohnungsbau tätig sei. Das sei ein Unterschied zum oft zitierten bezahlbaren Wohnraum, betonte der GBG-Sprecher.

Ziel: Diskussion anstoßen

Alfons Haag bestätigte auf Nachfrage, dass sein Mitstreiter und er sich nicht zuvor mit der GBG abgesprochen hätten. Das hätten sie auch nicht für notwendig erachtet. Ihr Ziel sei einzig, in Bürstadt eine Diskussion in Gang zu setzen, so Haag. Der Ex-Bürgermeister ist im Übrigen nicht mehr Aufsichtsratsmitglied bei der GBG, wie gestern irrtümlich berichtet.

Walter Wiedemann vertritt als Erster Stadtrat die im Urlaub weilende Bürgermeisterin Bärbel Schader. Er wollte sich nicht zu dem Thema äußern, sagte Wiedemann. Er sehe sich als aktives Mitglied im Aufsichtsrat der GBG befangen, sagte er gestern. Wiedemann verwies auf Schaders Rückkehr aus dem Urlaub.

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