Bürstadt

Kultur Die „Relics“ spielen Songs der Weltklasse-Formation vor 300 schwelgenden Besuchern im Bürstädter Bürgerhaus / Matthais Klöpsch begeistert

Gekonnte Verneigung vor Pink Floyd

Bürstadt.Mit beinahe meditativen Klängen und wechselnden, scheinbar wahllos zusammengestellten Bildern auf einer kreisrunden Videoleinwand nahm die italienische Band „Relics“ die etwa 300 begeisterten Pink Floyd-Fans im Bürgerhaus Bürstadt mit auf eine Reise in die Rockgeschichte.

Organisator Peter Ruh, Inhaber der Wirtschaft „Zum Pit“, in dem jeden ersten Mittwoch im Monat die verschiedensten Musiker ihre Visitenkarten abgeben, freute sich auf einen ganz besonderen Abend. „Ich hatte so eine Veranstaltung schon immer im Kopf“, sagte Ruh. Er hatte die Band „Relics“ bei „Worms rockt“ erstmals gesehen und gehört – und sie vom Fleck weg engagiert.

Die acht Musiker, die sich aus den drei Familienmitgliedern Ferrara, Claudio Russ, Riccardo Barbierato, Francesca Rudello, Elena Milani und Gabriela Andreotti zusammensetzen – sie waren an diesem Tag aus der Nähe von Venedig angereist –, ließen nicht nur mit Instrumenten, Chorgesang, Laserstrahlen, Lampen und Scheinwerfern das Bürgerhaus in seinen Grundfesten beben, sondern begeisterten mit ihrer Interpretation von legendären Floyd-Songs das Publikum. Bei ihrer Tribute-Show überzeugten „Relics“ mit melodischen Gitarrenklängen, punkteten mit dem gekonnten Zusammenspiel von Bass, Keyboard, Schlagzeug, Saxofon. Gepaart mit stimmungsvollem Gesang legten sie ihren ganz besonderen Klangteppich aus. Dem Original-Sound sehr nahe kommend begeisterte die Band auch Matthias Klöpsch.

„Fast wie das Original“

„Ich finde es geil“, zeigte sich der in der Region bekannte Musiker euphorisch. „Es hört sich fast wie das Original an. Und die Band spielt mit viel Liebe zum Detail“, schwärmte der Fachmann.

Ob bei „Shine on you“, „Have a Cigar“ oder „One of these Days“ – die Fans der 1965 gegründeten englischen Rockband kamen voll auf ihre Kosten. Immer wieder von spektakulären Licht- und Bildeffekten begleitet, wurden selbst überlange Titel dank musikalischer Gestaltungsmerkmale zu einem wahren Genuss.

Aber auch die Texte, die sich oft sozialen und politischen Themen widmen und die sich etwa bei „Bricks in the Wall“ gegen Gedankenkontrolle wenden, erinnerten an das Konzert der Band neun Monate nach dem Mauerfall in Berlin zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz.

„Ich war damals in Berlin“, berichtete Konzertbesucher Thomas Ille. Ille und 300 000 andere Menschen hatten im Juli 1990 erlebt, wie dort Floyd-Bandmitglied Roger Waters mit bekannten Gastmusikern „The Wall“ erneut musikalisch aufbauten. Dieser Song, den heute fast jeder ab dem ersten Ton mitsingen kann, gehörte bei den „Relics“ in Bürstadt ebenso zum Programm wie „Wish you were here“ – Gänsehaut inklusive.

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