Bürstadt

Politik Rund 20 Interessierte folgen dem Aufruf von Erika und Uwe Metzner zur Gründung einer Bürgerinitiative in Bürstadt

Gemeinsam gegen Flächenverbrauch

Archivartikel

Bürstadt.„Wir wollen unsere noch halbwegs intakte Natur schützen und erhalten“: Deshalb haben Erika und Uwe Metzner zu einer Versammlung in den Kuhstall des Bürstädter Ratskellers eingeladen, um sich gemeinsam mit möglichst vielen Unterstützern gegen eine weitere Flächenversiegelung in Bürstadt zu wehren. Rund 20 Mitstreiter fanden sich ein, um sich über „bestehende und noch weiter drohende Fehlentwicklungen vor Ort“ auszutauschen.

„Schon jetzt ist der Insektenbestand drastisch reduziert, und als Folge davon gibt es Jahr für Jahr weniger Schmetterlinge und Vögel“, erklärte Erika Metzner in ihrem Eingangsstatement. Ihr Mann Uwe Metzner, Ortsvorsteher von Bobstadt und zugleich Stadtverordneter für die Grünen, betonte, dass es aus seiner Sicht nach dem Baugebiet Sonneneck V nur noch innerstädtische Verdichtung geben dürfe. Er sprach sich gegen eine weitere Ausweisung von Baugebieten wie beispielsweise in der Langgewann in Bobstadt aus. „Schließlich gibt es allein im Bereich der Stadt Bürstadt derzeit 270 leerstehende Wohnungen“, sagte Metzner. Er befürwortete stattdessen eine Bebauung des Beethovenplatzes und des Raiffeisengeländes.

Gemeinsam mit allen anderen Anwesenden diskutierten die Initiatoren die Möglichkeiten, die eine Bürgerinitiative hat. „Wenn wir mit einem Bürgerbegehren mehr als 1308 Unterschriften der Bürstädter Bürger bekommen, so ist das für die Dauer von zumindest drei Jahren für die Stadt bindend“, erklärte Uwe Metzner. „Dann könnten in dieser Zeit keine weiteren Flächen versiegelt und keine neuen Baugebiete mehr erschlossen werden.“

Zahlreiche Landwirte wie beispielsweise Erich Standfuß, Erna Schöcker und Torsten Reski sprachen sich gegen einen weiteren Verbrauch von fruchtbarem Ackerland aus und vor allem auch gegen den Bau einer Ortsumgehung in Riedrode. Michael Held vom Nabu Bürstadt kündigte die Unterstützung durch seine Organisation an. Er betonte: „Es ist wichtig, dass Naturschutz und Landwirtschaft in diesen Fragen zusammenarbeiten und sich nicht auseinanderdividieren lassen.“

Im weiteren Verlauf der Diskussion äußerten viele Bürger ihren Ärger über das „Nichtstun der vor Ort verantwortlichen Parteien“, wie Erna Schöcker monierte. Um das zu ändern, soll jetzt in einem ersten Schritt ein Arbeitskreis von sieben Mitstreitern seine Arbeit aufnehmen. Dieser soll die konkreten Forderungen der zukünftigen BI formulieren und eine aktive Öffentlichkeitsarbeit in Gang bringen.

Das nächste Treffen der Interessengemeinschaft findet am Donnerstag, 18. Oktober, um 19 Uhr im Ratskeller statt. Die Initiatoren hoffen, dass spätestens dann vieler weitere Bürger kommen und mitmachen. Sie finden: „Es darf nicht weiter so sein, dass immer nur das passiert in Bürstadt, was sich Frau Schader in den Kopf gesetzt hat.“ beh

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