Bürstadt

Handwerk Bäckermeister baut Geschäft in Bürstadt neu auf / Verkauf läuft in Ausweichräumen weiter

Gläserne Produktion bei Blüm

Bürstadt.Wenn Bäckermeister Andreas Blüm vom Brotbacken erzählt, fangen seine Augen an zu funkeln. Er spricht dann von guten Zutaten, reichlich Zeit und von „geflockten“ Aromen, die den Grundessenzen Mehl, Wasser und Salz zugefügt, ihren ganz besonderen Geschmack entfalten dürfen. Damit nicht genug – Blüm hat jetzt große Pläne: die gläserne Bäckerei.

Der Bäckermeister und Betriebswirt des Handwerks, der das familieneigene Geschäft in der Nibelungenstraße 133 von seinem Vater Hermann 2003 in der vierten Generation übernommen hatte, half schon als Abiturient in der Bäckerei aus. In Bürstadt aufgewachsen, wurde er nach dem Abitur von der Bundeswehr zurückgestellt. Die Zeit nutzte er, um eine Bäckerlehre zu absolvieren. Die Meisterprüfung und der Abschluss eines betriebswirtschaftlichen Handwerksstudiums folgten. Doch Stehenbleiben war für Blüm noch nie eine Option. Der Bäcker aus Leidenschaft bildet sich auch heute noch in Kursen und Workshops weiter.

Neben seiner Leidenschaft für Brot, Brötchen, Kaffeestückchen und Co. liegen dem zweifachen Familienvater die Optimierung von Arbeitsabläufen, eine ansprechende Präsentation und die Optik seiner Produkte am Herzen. Beherzt hat er deshalb die Familienbäckerei, die seit 1968 im Anbau des 1885 erbauten Hauptgebäudes in der Nibelungenstraße 133 untergebracht war, abreißen lassen.

„Eigentlich war ein Umbau geplant“ erzählte er lächelnd. Doch im Laufe eines Gespräches mit dem Architekten wurden in kurzer Zeit ganz neue Visionen entwickelt. Auch wenn der letzte Umbau gerade mal 18 Jahre her war und das Aussehen der Bäckerei sich nach einem weiteren „Facelifting“ 2009 verbessert hatte, war Andreas Blüm noch nicht zufrieden. Für ihn war die Präsentation seiner Backwaren immer noch nicht optimal. Bei seinen innovativen Plänen half ihm, dass ihm Berufsschulfreundin Anke Hellwig, deren Eltern eine Bäckerei in der Nibelungenstraße 99 hatten, für die Neubauzeit das ehemalige Geschäft vermietet hat.

Lange Zeit als Filiale der Bäckerei Grimminger betrieben, stand das Geschäft seit sechs Jahren leer. „Wenn ich mit meinem Neubau fertig bin, soll das Geschäftshaus verkauft werden“ erklärte Blüm. Dieser schultert im Moment eine Menge Mehrarbeit. Denn gebacken wird in der alten Backstube und die Ware muss täglich hin und her „gekarrt“ werden.

Eltern helfen mit

Auch wenn Mutter Elfriede bei den Einsatzplänen der Belegschaft, der Buchhaltung und im Büro hilft und Vater Hermann morgens im Rahmen seiner Möglichkeiten mitarbeitet, sehnt Andreas Blüm die Fertigstellung des Neubaus herbei.

Ab April 2018 will er seine Kunden mit einem völlig neuen Konzept überraschen. Die Kunden sollen den Bäckermeister bei seiner Arbeit über die Schulter schauen können. „Kunden wollen heute wissen, wie ihr Brot und ihre Brötchen gemacht werden“, ist er sich sicher.

Deshalb möchte er auch als „Schnittstelle“ im Verkauf direkt für seine Kundschaft ansprechbar bleiben.

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