Bürstadt

Konzert Duo ZuZweit bezaubert kleines Publikum bei einer Reise durch Mozarts Musik- und Lebenswelt

Große Musik auf kleiner Bühne

Archivartikel

Bürstadt.„Wir wollen uns mit vier thematischen Kapiteln an die Musik und das Leben von Wolfgang Amadeus Mozart annähern“, versprach Ulrich Kuther, der die Moderation des Konzertes mit dem Titel „Mozart – Faszination trifft Realität“ übernommen hatte. Die Mezzosopranistin Almuth von Wolffersdorf und die Pianistin Ann-Claire Lies hatten für die 30 Zuhörer in der evangelischen Kirche in Bürstadt ein sehr anspruchsvolles Repertoire einstudiert.

Zahlreiche geistliche Werke

„Einfach wunderschön! Und schade, dass so wenige Leute gekommen sind“, lautete der Tenor der Gäste. Der Titel des Konzertes war eine Anspielung auf Mozarts Dasein, zum einen als Genie gefeiert, zum anderen geplagt von Geldsorgen und familiären Herausforderungen. Seit seinem 16. Lebensjahr stand der Komponist neun Jahre lang mit Unterbrechungen in Lohn und Brot des Grafen Colloredo von Salzburg. In dieser Zeit schuf er zahlreiche geistliche Werke, aus deren Sammlung von Wolffersdorff vier auswählte und mit Ehrfurcht vortrug.

Besonders das Agnus Dei aus der Krönungsmesse wurde von der Künstlerin mit einfühlsamer Stimme perfekt interpretiert. Auch Mozarts Gattin war Sopranistin. Für sie komponierte der Künstler das „Laudamus te“ des Gloria, das von Wolffersdorff in der italienischen Kantatenfassung zu Gehör brachte.

Kuther gab der Zuhörerschar umfangreiche Einblicke in Mozarts Leben und erzählte vom „spielenden und singenden Kind“, das kaum Emotionen der Lebensrealität in seine Kompositionen einfließen lässt. „Selbst der Tod des Vaters findet kaum Echo in seinen Werken“, erklärte der Moderator.

Zu dieser Zeit arbeitete Mozart am sogenannten „musikalischen Scherz“. Es entstanden Lieder über Liebe und Leidenschaft mit Texten verschiedener Dichter, darunter „Das Veilchen“ mit Versen von Goethe. Sowohl die Pianistin wie auch die Sopranistin präsentierten dieses Kapitel mit absoluter Hingabe.

Aber auch an die Opernarien wagte sich das Duo ZuZweit heran und begeisterte mit Sequenzen aus der Hochzeit des Figaro, Cosi fan tutte und la Clemenza di tito. Mit großem Applaus belohnte das Publikum die gefühlvollen Darbietungen.

Als abschließendes Kapitel wählten die Künstlerinnen noch einmal die geistliche Musik. Mozart musste seinen Auftraggebern Musik liefern. Er schaffte es aber, seine ganze Liebe zum Spielen und zur Musik in seine Werke mit einfließen zu lassen. Mozarts letztes Werk, das Requiem blieb von ihm unvollendet, das Lacrimosa endet nach acht Takten, Mozart starb am 5. Dezember 1791. Er verarbeitet sein irdisches Abschiednehmen in diesem Werk und gibt einen Hinweis auf das, was er sich im Jenseits erhofft.

Almuth von Wolffersdorff und Ann-Claire Lies zeigten, dass auch ganz große Künstler auf kleiner Bühne und ohne großes Orchester Platz finden können. Sie präsentierten ein Konzert mit Eleganz und stimmlicher wie spielerischer Perfektion, das auch vor großem Publikum bestanden hätte. Und bevor sich alle Gäste im Kirchhof noch zu einem Umtrunk versammelten, stimmte von Wolffersdorff mit dem Lied „An die Freundschaft“ als Dank an die Applaudierenden eine Zugabe an.

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