Bürstadt

Vereine Auf dem Gelände der Garten- und Naturfreunde Bürstadt gibt es viel zu tun

Große Nachfrage nach Parzellen

Archivartikel

Bürstadt.Ein kleiner Piepmatz macht Lärm wie ein Großer. Hummeln summen durch die Luft. Bienen fliegen von Blüte zu Blüte und sammeln geschäftig Pollen. Dazu flitzt ein Eichhörnchen durch das dichte Blätterdach eines uralten Baumes. Er scheint das Areal der Garten- und Naturfreunde im Blick behalten zu wollen. In einem Sonnenstrahl tanzt eine Libelle über dem kleinen Teich und eine Igelfamilie hat es sich unter abgeschnittenen Ästen und allerlei Grünzeug gemütlich gemacht. Noch liegt der kleine Spielplatz verwaist da. „Gestern hat es geregnet, da kommen heute wohl weniger Mitglieder in ihre Gärten“, vermutet der Vorsitzende Bodo Wendling.

2008 hatte Wendling das Amt des Vorsitzenden übernommen – von seinem Vater, der den Verein 1966 mitgegründet hat. Eigentlich wollte er den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen schon längst abgeben. Doch in Corona-Zeiten konnte die Jahreshauptversammlung bis jetzt noch nicht durchgeführt werden.

Doch mit seiner Vertreterin Elena Tabar und Klaus Rickl, der als Beisitzer und Fachwart für Maschinen aktiv ist, wird nicht nur das etwa 15 000 Quadratmeter große Areal in Ordnung gehalten, auch alle Mieter der 16 Parzellen genießen den Aufenthalt auf der „eigenen Scholle“, in der Natur und an der frischen Luft. „Im Moment ist die Nachfrage nach Parzellen größer als das Angebot“, berichtet Wendling.

Er bedauert, dass das traditionelle Parkfest des Vereins in diesem Jahr abgesagt werden musste. Auch wenn zupackende Helfer unter den 120 Mitgliedern rar gesät sind, müssten die Arbeiten auf dem Gelände durchgeführt werden. Allein für die Rasenpflege gingen vier Stunden wöchentlich drauf. Dazu will Elena Tabar mit einigen Frauen die Küche in der Hütte auf dem Gelände neu sortieren und streichen, ebenso wie den Getränkeausschank.

Viel Arbeit zu erledigen

Auch wenn die Absage des Festes finanziell schmerzt und dem Vereinswirt Kuldip Singh die Pacht gestundet wurde, versucht dieser die Vereinsgaststätte wieder mit voller Kraft zum Leben zu erwecken. Platz – auch um die Abstandsregeln einhalten zu können – ist dank des großen Saales genügend vorhanden. Sprichwörtlich mit dem „harten Kern“ von Helfern hat Klaus Rickl mittlerweile das kleine Windrad am See restauriert, die abgeschnittenen Äste werden demnächst im neu angeschafften Häcksler zerkleinert. Der umfangreiche Technikpark wurde auf seine Einsatzbereitschaft überprüft, und viele Sommerblüher lugen aus Töpfen und Beeten. Wassermangel kennt man hier nicht. „Im Gegenteil, wir haben unser Vereinsheim gegen Hochstände geschützt“, erklärt Wendling. Pumpen, die im Keller installiert sind, befördern das Grundwasser zu Tage. Auch der „Verlandung“ des kleinen Teiches stemmen sich die Mitglieder entgegen, die sich pro Jahr mit fünf Arbeitseinsatzstunden einbringen müssten. Damit sich der Vorstand auch einmal in kleiner Runde treffen kann, soll im Keller des Vereinsheims das Kaminzimmer wieder reaktiviert werden.

Allen Vorstandsmitglieder brennt der Mangel an Helfern unter den Nägeln. Deshalb hat sich der Vorstand entschlossen, jeweils sonntags als Ansprechpartner für Mitglieder und Besucher vor Ort zu sein. Damit sollen die sozialen Kontakte und Bindungen ausgebaut und gepflegt werden. Zudem sind kleine Grillfeste nach Arbeitseinsätzen geplant. Denn auch wenn der Verein in der Vergangenheit gut gewirtschaftet hat, kann die Pflege ohne freiwillige Helfer nicht bewerkstelligt werden. „Dann müssten wir Fachfirmen beauftragen und unsere Reserven wären bald aufgebraucht“, gibt Bodo Wendling zu bedenken.

Doch vor allen Dingen freute er sich darüber, dass auf der Parkanlage ein ständiges Kommen und Gehen herrscht und die vor allem die kleinen Gäste auf dem lauschig-grünen Gelände eine Menge Spaß zu haben scheinen.

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