Bürstadt

Jagd Zahlreiche Ehrungen beim Hubertusabend /Jungjäger in die Gemeinschaft aufgenommen / Selbstverständnis im Fokus

„Grünes Abitur“ gefeiert

Bürstadt.Mit Jagdhornklängen der Bläsergruppe wurden die Gäste des Jagdklub Sankt Hubertus Bergstraße im Bürgerhaus Bürstadt begrüßt. Dort fand der Hubertusabend statt, bei dem neben Ehrungen auch das Erreichen des „Grünen Abiturs“ der Jungjäger gefeiert werden konnte. Diese wurden ganz traditionell mit dem Jungjägerschlag in die Gemeinschaft der Jäger aufgenommen.

„Mit dem Hubertusabend pflegen wir ein wichtiges Brauchtum“, so Vorsitzender Joachim Kilian. So sei auch das Jagen ohne jagdliche Bräuche nicht vorstellbar. „Heute fordert unsere moderne Jagd ein hohes Maß an Fachwissen und handwerkliches Können“, erklärte er. Die praktische Jagdausbildung enthalte schon viele Elemente, denen ein waidgerechter Umgang mit dem Wild zugrunde liege.

Sitten und Gebräuche

„Unsere ethischen Grundsätze, die sich in unseren Sitten und Gebräuche widerspiegeln, muss jeder Jäger kennen und verinnerlichen“, so Kilian. Denn erst durch die Anwendung der jagdlichen Sitten und Gebräuche bei der Jagdausübung entstehe das, was die Jägerschaft heute unter einer nachhaltigen und zeitgemäßen Jagd verstehe. Welches zeitgemäße und gesellschaftsrelevante Bild die Jäger heute und in Zukunft erzeugen wollen, erklärte Kilian mit einem Zitat aus dem „Steirischen Jäger“: „Wir sollen bewusstmachen, das Jäger jene Menschen sind, die (noch) mit der Natur leben, die in ihren Revieren den Zustand der Natur hautnah erfahren und spüren. Die sehen, wie dramatisch sich Lebensraum und Lebensformen von Fauna und Flora verändern. Und die vor allem wissen, dass sich vieles ändern muss, damit es in der Natur so bleibt, wie es vielleicht gerade noch ist.“

Die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements der Jäger für die Hege und Pflege der Natur stellten auch Gottfried Schneider, Kreistagsvorsitzender sowie Alexandra Kleine, Abteilungsleiterin für das Ordnungs- und Gewerbewesen im Kreis Bergstraße, heraus.

Nach wenigen Reden fing schließlich der gesellige Teil des Abends mit Essen, Livemusik und Tombola an. Kilian dankte den Hauptorganisatoren aus dem Verein Christine und Roland Lulay sowie der Stadt Bürstadt für deren Unterstützung. Er freute sich, dass um die 230 Besucher vorbeigekommen waren. Der Höhepunkt des Abends war der Jungjägerschlag. Eine uralte Tradition des Jägerseins und der Jagd, welche von Udo Pfeil, ehemaliger Vorsitzender, und Kilian durchgeführt wurde. Pfeil erinnerte daran, dass die Jagdausbildung früher über drei Lehrjahre ging, mit viel praktischer Ausbildung auch im Bereich Jagdhunde und Forst. Nach Beendigung dieser Zeit lud der Lehrprinz oder auch Lehrherr zum Jägerschlag ein. Und das ist auch heute noch so.

Pfeil betonte, dass das Fehlverhalten von Einzelnen auf die ganze Jägerschaft oftmals abfärbe. Er sagte, dass die waidmännische Verantwortung und Verpflichtung gegenüber dem Wild bei den Jägern an oberster Stelle stehen sollte.

Fünf Jungjäger, die an externen Jagdschulen ihre Prüfung absolviert hatten, konnten an diesem Abend zum Jäger geschlagen werden.

Oliver Blüm, Ausbildungsleiter für Jungjäger vom Forsthaus Almen, berichtete über die einjährige Ausbildung zum Jäger. Zwei Mal in der Woche kamen die Teilnehmer für mehrere Stunden zusammen. 13 Ausbilder gibt es, die Kurse sind gefragt. Neben viel Theorie gab es zahlreiche Schießübungen. Unter 23 Teilnehmern waren neun Frauen, ihr Anteil unter den Jagenden steigt stetig an.

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