Bürstadt

Umwelt Energiegenossenschaft Starkenburg bietet Anteile an / Info-Veranstaltung bei der TSG

Hallendach soll Sonne tanken

Archivartikel

Bürstadt.Für Micha Jost, 24 Jahre lang Umweltbeauftragter der Stadt Bürstadt, war es ein bisschen wie nach Hause kommen: Als Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft Starkenburg warb er bei interessierten Bürgern um finanzielle Beteiligung an der bereits im Bau befindlichen Solaranlage auf dem Dach der August-Held-Halle.

1900 Quadratmeter stehen dabei auf dem Blechdach zur Verfügung. Innerhalb von 20 Jahren sollen damit 150 Tonnen des klimaschädlichen Gases CO2 eingespart werden. Etwa elf Cent pro kWh werden vergütet. Insgesamt soll die Anlage 265 000 Euro kosten. „Die Finanzierung ist keine unlösbare Aufgabe“, machte Jost deutlich.

Die im Jahr 2010 gegründete Genossenschaft zählt mittlerweile 860 Mitglieder. Sie hat sich zum Ziel gesetzt – unabhängig von Kommunen, Banken, Energieversorgern, Parteien und Verbänden – den Ausbau von umweltfreundlicher Energiequellen voranzutreiben. Neben Photovoltaikanlagen wurden mehrere Windräder gebaut, ein Rathaus bekam eine Pelletheizung. Biogasanlagen und Stromtankstellen konnten ebenfalls in Betrieb genommen werden. „Die Finanzierung unserer Projekte ist nicht für Renditehaie“, machte Micha Jost deutlich. Stattdessen will die Genossenschaft möglichst viele Bürger an der Finanzierung beteiligen.

Pakete sind ab 2000 Euro zu haben. 200 Euro sind dabei Genossenschaftsanteil. 1800 Euro werden als nachrangiges Darlehen für konkrete Projekte eingesetzt. Darauf gibt es – je nach Ertrag – Zinsen. Die Festlegung beträgt im Falle der TSG-Halle 20 Jahre und beginnt ein Jahr nach Inbetriebnahme 2019. Micha Jost stellte nicht nur die Starkenburg Genossenschaft vor, sondern erklärte auch den Bau der Anlage. Nach dem die Verträge mit der TSG und der Stadt beschlossene Sache waren, wurden die Bauaufträge erteilt und in Angriff genommen.

Wer sich an dem Projekt beteiligen will, sollte möglichst in Bürstadt und den Stadtteilen zu Hause sein. Nach einer unverbindlichen Interessenbekundung, die bis zum 27. Oktober bei der Genossenschaft vorliegen sollte, erhält der Interessent eine ausführliche Projektbeschreibung und einen Darlehnsvertrag zugesandt. Nach Abschluss der Verträge ist im November 2018 das Darlehen fällig.

„Wir hatten den Standort schon lange im Fokus“, erläuterte Micha Jost. Bei der Informationsveranstaltung beantwortete er viele Fragen, klärte über die Risiken auf und beschrieb auch den Aufbau der Energiegenossenschaft Starkenburg, die seiner Ansicht nach eine der „insolvenzsichersten Rechtsformen für Unternehmen in Deutschland“ darstellt. Fell

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