Bürstadt

Medizinische Versorgung Hausarztpraxis in der Bürstädter Nibelungenstraße schließt Ende Januar endgültig ihre Türen / „Viele liebe Patienten“ behandelt

Hans Kurnatowski findet keinen Nachfolger

Archivartikel

Bürstadt.Das Aus für die Praxis ist jetzt doch endgültig. Am Donnerstag, 16. Januar, steht Hans Kurnatowski zum letzten Mal in seinem Sprechzimmer bereit. „Es hat sich kein Nachfolger gefunden – trotz intensiver Bemühungen“, sagt der Bürstädter Mediziner im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“.

Nach 30 Jahren als Hausarzt verabschiedet sich der 65-Jährige in den Ruhestand (wir haben berichtet). Bis Ende Januar bleibt die Praxis in der Nibelungenstraße allerdings vormittags geöffnet, falls Patienten Überweisungen oder Rezepte brauchen. Und auch medizinische Unterlagen können in den nächsten Wochen noch abgeholt werden.

Allerdings bitte Kurnatowski dringend darum, sich vorher zu melden, ob am Telefon oder direkt in der Praxis. „Wir brauchen etwa eine Woche Vorlaufzeit, bis alles herausgesucht und sortiert ist“, erläutert er. Zumal er mit vielen Patienten rechnet, die ihre Krankengeschichte schriftlich mit nach Hause nehmen möchten.

Allzu viel Worte machen will er um seinen Abschied nicht mehr. Nur soviel, dass er aus Altersgründen seine Praxis schließt. Dass er seine Arbeit sehr schön fand, und dass viele liebe Patienten zu ihm gekommen sind, die er immer gerne gesehen hatte.

Dass er trotz ausgiebiger Suche keinen Nachfolger finden konnte, macht er an der zunehmenden Arbeitsbelastung fest, mit der Hausarztpraxen zu kämpfen haben. Und an den standespolitischen Bedingungen. Auch wenn sich die politischen Vorgaben in nächster Zeit verbessern sollten, dauert es seiner Meinung nach mindestens zehn Jahre, bis das spürbare Auswirkungen auf den medizinischen Nachwuchs hat.

Hans Kurnatowski wird seine Arbeit in der Praxis vermissen. Dennoch freut er sich auf den Ruhestand. Langweilig wird es ihm ganz sicher nicht. „Meine Bonsais kennen unsere Patienten ja schon“, sagt er. Fotografieren ist ein weiteres Hobby, neue Sprachen lernen will er ebenfalls. Auch ausgiebige Radtouren sind geplant. Dafür ist ab Februar jede Menge Zeit.

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