Bürstadt

Fastnacht Bürstädter Heimat- und Carnevalverein baut an und hilft närrischen Damen aus / „Guud druff“ löst sich auf

HCV übernimmt Frauensitzung

Bürstadt.Was „Guud druff“-Vorsitzende Bruni Walther im Vereinsheim des Heimat- und Carnevalverein (HCV) verkündete, kam einem Paukenschlag gleich. „Aus gesundheitlichen Gründen hören wir auf, und geben unsere Frauenfastnachtsitzung in die bewährten Hände des HCV.“

Dass diese Mitteilung ihr sichtlich schwergefallen ist, das konnte man auch ihrer Mitstreiterin Christa Heiser ansehen. Denn seit 2005 hatten es eine handvoll weiblicher Fastnachtsnasen immer wieder geschafft, am letzten Freitag vor Aschermittwoch eine zünftige Frauensitzung auf die Beine zu stellen. Anfangs versammelten sich die Frauen noch im Bürgerhaus in Riedrode. Doch schon bald füllten die sonnigen „Guud druff“-Damen mit ausgewählten Tanzgruppen und Büttenrednern auch das Bürstädter Bürgerhaus. Dort schlugen die Wellen meist himmelhoch. Männer waren nur auf der Bühne oder als Helfer geduldet.

Die närrischen Frauen sind schon immer eng mit dem HCV verbunden und dem Verein sehr dankbar. Deshalb soll die Veranstaltung nun vom HCV im Sinne der Erfinderinnen am Leben erhalten werden. „Für uns war Guud druff immer so etwas wie ein Schwesterverein“, erklärte dazu HCV-Vorsitzender Frank Reichmann. Er hat seine Mitglieder bereits bei einer großen Ratssitzung über das Vorhaben informiert. Gleichzeitig versicherte er seinen weiblichen Tanzgruppen, die jedes Jahr bei der Frauensitzung für mächtige Rambazamba sorgen, dass sie auch zukünftig dort tüchtig feiern können. „Das hat Jubel ausgelöst“, freute er sich gemeinsam mit Präsident Patrick Brenner.

Als eine der letzten Aktionen wird „Guud druff“ nun seinen Kassenbestand auflösen. So soll die mobile Kinderhospizhilfe Heppenheim eine Spende über 1000 Euro erhalten. Zudem wollen die Frauen um Bruni Walther noch einmal gemeinsam essen gehen und dabei in Erinnerungen schwelgen.

Und noch ein großes Projekt hat sich der HCV vorgenommen. Die Bauarbeiten für einen Anbau am Vereinsheim in den Lächnern haben begonnen. Denn die positive Mitgliederentwicklung bringt gleichzeitig mit sich, dass mehr Tänzer in den Gruppen aktiv sind. Zudem wird es beim internen Schlachtfest mittlerweile zu eng. Deshalb braucht der Verein dringend mehr Platz.

Bereits vor drei Jahren haben die Mitglieder bei einer Jahreshauptversammlung die Pläne abgesegnet, die nun verwirklicht werden. Der etwa 60 Quadratmeter große Kelleranbau soll teilweise über eine höhere Decke verfügen, damit die Tanzgruppen auch Hebefiguren üben können.

„Der Rohbau soll Ende des Jahres fertig werden“, berichtete Reichmann. Im Sommer 2020 soll der Anbau fertig sein. Bis dahin werden auch von den Mitgliedern umfangreiche Eigenleistungen erbracht, um die Kosten erträglich zu gestalten und dem gestiegenen Platzbedarf Rechnung zu tragen.

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