Bürstadt

Nabu Kinder lernen in der Gruppenstunde viel über die Natur

Igel nimmt im Winter ab

Biblis.„Eine Tonne, so viel wiegt ein Igel“, war sich einer der jungen Teilnehmer beim offenen Kindergruppentreff des Nabu Bürstadt sicher. Da musste auch Gruppenleiterin Christine Winkler schmunzeln, zumal alle weiteren Gewichtseinwürfe die Igel zu wahren Dinosauriern machten. 19 Kinder waren diesmal vorbeigekommen, um einen Vormittag lang Einblicke in die Natur zu bekommen, diesmal ging es um Igel und Hummeln.

„Es werden immer mehr Kinder, wir freuen uns, dass unser Angebot so gut angenommen wird“, zeigte sich Gerlinde Korbus vom Nabu Bürstadt begeistert. Gemeinsam mit Christine Winkler, Sieglinde Ochsenschläger und Kerstin Schweizer betreut sie die Kindergruppe, die sich seit Mai dieses Jahres wieder trifft, nachdem es lange Jahre eine Pause gegeben hatte.

Kinder zwischen sechs und zehn Jahren lernen in der Gruppe einiges über die Natur. „Manche sind seit Mai dabei, andere ganz neu. Es wechselt, aber so möchten wir es als offene Gruppe auch weiterführen“, sagte Korbus.

Diesmal ging es um Igel und Hummeln. Die Kinder wurden zuerst gefragt, was sie über Igel wissen und was Igel essen. Viele hatten schon Igel im Garten oder Wald gesehen. Dass sie Insekten, Regenwürmer und Schnecken fressen, wussten nur wenige Kinder. Igel sind daher keine Vegetarier und knabbern im Garten kein Obst oder Gemüse an. Zudem sind Igel dämmerungs- und nachtaktiv, junge Tiere werden auch im Winter tagsüber auf Futtersuche gesehen, bevor sie in den Winterschlaf gehen.

Mit einer Tonne angefressenen Fettreserven käme der Igel ja gut über die kalten Monate. Doch ganz so schwer, wie die Kinder dachten, ist der Igel am Ende doch nicht. Erwachsene Igel wiegen zwischen 800 bis 1500 Gramm. Während der Winterschlafzeit verlieren Igel 20 bis 40 Prozent ihres Körpergewichts.

Auch bei den Hummeln ging es darum, was diese Tiere im Winter machen, wie ihr Lebenszyklus aussieht und was sie eigentlich fressen. So bilden diese nur für kurze Zeit Völker, so genannte Sommerstaaten. Die Königin baut nach dem „Winterschlaf“ ihre erste Wabe, legt sechs bis acht Eier und versorgt die daraus schlüpfenden Larven mit Pollen, den sie an Blüten sammelt. Für sich selbst braucht sie Nektar, den sie als Schlechtwettervorrat zu Honig umwandelt und in Wachstöpfchen lagert. Die Larven verpuppen sich, schlüpfen und werden zu Arbeiterinnen, die sich um Nestbau, Brutpflege und Nestverteidigung kümmern.

Für Futter gesorgt

Im Sommer beginnt die Anzucht der Geschlechtstiere. Die Königin legt nun gezielt unbefruchtete Eier ab, aus denen Männchen (Drohnen) schlüpfen. Ebenso werden befruchtete Eier gelegt, die große und begattungsfähige Weibchen hervorbringen: die Königinnen. Diese paaren sich und suchen ein Winterquartier, etwa in lockerer Erde oder tiefen Moosschichten. Das restliche Volk stirbt, darunter die Männchen und die alte Königin. „Damit es im nächsten Jahr wieder genügend zu essen gibt, pflanzen wir mit den Kindern Futterpflanzen an“, so Korbus. Ebenso bauten sie mit den Kindern ein Igelhaus.

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