Bürstadt

Evangelische Kirche Umfangreiche Umbau- und Sanierungsarbeiten in Bürstadt geplant / Kosten von fast 640 000 Euro

Im März könnte es losgehen

Archivartikel

Bürstadt.Seit acht Jahren ist eine Sanierung und Erweiterung der evangelischen Kirche in Bürstadt geplant. Nun soll es voran gehen: In drei Bauabschnitten soll der Umbau erfolgen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 638 000 Euro, wie in der Gemeindeversammlung nach dem Sonntagsgottesdienst deutlich wurde.

Die Genehmigung des Denkmalschutzes und der Kirchenverwaltung (EKHN) für die umfangreichen Arbeiten liege bereits vor. Was im Einzelnen geplant ist, erklärte Architekt Roland Träger den Interessierten nach der Begrüßung von Martina Elfert vom Bauausschuss. Dieter Friedle fasste die vorherigen Planungen zusammen. In den vergangenen Jahren war bereits ein Neubau verworfen worden ebenso wie die Idee, die benachbarte Bäckerei zu kaufen. Beides scheiterte aufgrund finanzieller Bedenken. Nach verschiedenen Personalwechseln – auch der begleitende Kirchenarchitekt Olaf Köhler hörte auf – übernahm Architekt Roland Träger mit seinem Team die weitere Planung. Inzwischen begleitet der Viernheimer das Projekt bereits seit gut sechs Jahren.

Versammlungsraum erweitern

Die Pläne präsentierte er in der Kirche. Die Wünsche der verschiedenen Nutzer des „grünen Sälchen“ im Gemeindehaus sind mit eingeflossen. Der Bauausschuss hatte die verschiedenen Gruppen, die den Versammlungsraum nutzen, befragt: Kinder, Senioren, Konfirmanden, Chor und Posaunenchor. Der Raum ist lang und schmal geschnitten und soll zum Innenhof um ein Drittel auf 59 Quadratmeter erweitert werden. Bodentiefe Fenster sollen eine helle und freundliche Atmosphäre schaffen. An der oberen Kante wird der Raum durch das bestehende Glasdach begrenzt. Die Hofpflasterung soll entsiegelt werden, zudem sind Plätze für Fahrräder geplant. Neben der Küche sind dort ein Vorratsraum und sanitäre Anlagen geplant. Zudem sollen dabei die Stützen entfallen. Neben einer vorgeschriebenen energetischen Sanierung werden sowohl der Jugendraum als auch das Pfarrsekretariat renoviert. Die Treppe werde entfernt, die Rampe soll auf die andere Seite des Kircheneingangs wechseln. Ein neuer Eingang zum Sekretariat und Pfarrbüro ist ebenfalls geplant. Neben Abstellräumen soll die „Winterkirche“ mittels einer Falttür zum Energiesparen beitragen.

„Die alte Bausubstanz bleibt erhalten“, erklärte Martina Elfert. Die Kirche Hessen-Nassau (EKHN) finanziere auch keine Neubauten mehr, machte Pfarrerin Johanna Gotzmann deutlich. Diese beteilige sich immerhin an den geschätzten Baukosten von 638 000 Euro mit einem Zuschuss über 414 700 Euro. Aus Eigenmitteln muss die Gemeinde 223 300 Euro tragen. Doch sie erhält ein zinsloses Darlehen in Höhe von 150 000 Euro von der EKHN. Dieses muss sie innerhalb von 15 Jahren zurückzahlen. Aus Rücklagen der Gemeinde stehen bereits 73 000 Euro bereit.

Nach Aussage des Architekten könnte bereits ein Bauantrag gestellt werden. Zunächst sollen aber die Mitglieder der Gemeinde die Möglichkeit haben, sich die Pläne anzusehen. Diese liegen offen, wenn das Sekretariat geöffnet ist. „Anregungen und Fragen sind immer willkommen“, betonte Elfert. Nach der Auswertung der Anregungen will der Bauausschuss dann die Pläne dem Kirchenvorstand vorlegen und beschließen. Danach soll der Bauantrag gestellt werden. „Bis zur Genehmigung dauert es jedoch bis zu sechs Monate“, erklärte Architekt Träger. Frühester Baubeginn wäre damit im März 2020. Die Bauphase schätzt er auf fünf bis sechs Monate.

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