Bürstadt

Umwelt Erika und Uwe Metzner (Grüne) wollen die „IG Ackerflächen erhalten“ ins Leben rufen / Einladung zum Gespräch

Initiative gegen Landverbrauch

Bürstadt.Auf ihren Leserbrief zum Flächenverbrauch in Bürstadt vom Juni 2018 haben die Verfasser, die Eheleute Erika und Uwe Metzner aus Bobstadt, „sehr viele positive Rückmeldungen erhalten“, wie sie dieser Zeitung berichten. Sie beabsichtigen nun, eine Interessensgemeinschaft – die „IG Ackerflächen erhalten“ – zum Schutz von wertvollen Ackerflächen und der Erholungsflächen rund um Bürstadt zu gründen. Uwe Metzner ist Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung und Ortsbeiratsvorsitzender in Bobstadt.

Am Donnerstag, 20. September, bieten Metzners Interessierten einen ersten Informationsaustausch an. Das Treffen beginnt um 19 Uhr im Ratskeller, Peterstraße 24.

„In Bürstadt ist seit Jahren ein ständig größer werdender Verlust von wertvoller Kulturlandschaft, also Ackerböden sowie Gemüse- und Obstanbau, zugunsten von Gewerbe- und Wohngebieten mit Verkehrsanbindungen und weiteren Infrastrukturmaßnahmen erkennbar“, erklären die Initiatoren. Dies sei aufgrund mehrerer Faktoren nicht wirklich notwendig.

„Bedrohte Tiere“

Da seien zum einen die bekannten Zahlen zum demografischen Wandel. Die Entwicklung von neuen Wohngebieten auf der „grünen Wiese“ sei nicht mehr notwendig. Bis 2030 sei in der „sogenannten Zuwachsgemeinde Bürstadt“ mit einem Bevölkerungsanstieg von 4,7 Prozent zu rechnen, erklären Metzners weiter. Dies bedeute einen Zuwachs von 743 Personen.

Aufgrund der Bauaktivitäten Sonneneck IV und Sonneneck V sowie der innerstädtischen Entwicklungspotenziale von Oli II, Beethovenplatz und Raiffeisengelände nördlich des Bahnhofes könne die Stadt im Zeitraum bis 2030 ausreichend Wohnfläche zur Verfügung stellen. Hinzu käme die Wiederbelebung von etwa 270 Wohnungen, die in Bürstadt leer stünden, rechnen die IG-Initiatoren vor.

Ein weiterer Verbrauch von Ackerflächen zugunsten von Wohnungsbau sei somit auf die nächsten Jahre hin nicht mehr notwendig. Und nach 2030 gingen die Prognosen von einem Rückgang der Bevölkerungszahlen aus.

Was die Gewerbeflächen angeht, sieht das Ehepaar „die riesigen neugebauten Logistikhallen, die nicht in unser Landschaftsbild passen“. Allein um diese anfahren zu können, wurde ein neuer Kreisel im Norden von Bürstadt gebaut. Somit sei ein Anfahren über die südlich (B47) und westlich (B44) verlaufenden Umgehungsstraßen möglich und sinnvoll, ohne die Wohnbereiche der Stadt zu berühren.

Eine zusätzliche Anbindung für das Gewerbegebiet über die Ackerflächen zwischen Bürstadt und dem Stadtteil Riedrode sei vor diesem Hintergrund überflüssig. „Aufgrund dieser Überlegungen ist ein Erhalt der natürlichen Umgebung, die von Kultur- und Naturflächen gekennzeichnet ist, machbar“, so Metzners. Gerade an den Rändern der Felder wüchsen viele Pflanzen, die den Insekten, angefangen bei den Schmetterlingen bis hin zu den Bienen, als Nahrungsquelle dienten.

Feldholzinseln und Gräben böten vielen Vogelarten Nahrung und Nistplätze. Vertreter der hier lebenden Arten stünden auf der Roten Liste. Sie seien auf die Nahrung von den Feldern angewiesen. Weiterhin lebten in den Nischen von Gräben und Feldholzinseln viele Insektenarten und Amphibien, ergänzen Metzners. Die beiden seien zu der Überzeugung gekommen, dass Bürstadt neues Denken brauche. mas/red

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