Bürstadt

Sprachheilschule Bauer meldet sich zu Wort

„Inklusion auch künftig möglich“

Bürstadt.In der Diskussion um die Verlegung der Sprachheilabteilung von Bürstadt nach Heppenheim meldet sich der Bürstädter CDU-Politiker und Landtagsabgeordnete Alexander Bauer zu Wort: Nach wie vor hätten Eltern das Recht, sich zu entscheiden, „ob ihr Kind inklusiv in einer Regelschule oder an einem stationären Fördersystem beschult werden soll“, teilt er mit.

Seit etwa 26 Jahren ist die Sprachheilabteilung an die Bürstädter Schillerschule angegliedert. Ab dem Schuljahr 2021/22 sollen die Förderklassen in die Heppenheimer Siegfriedschule verlegt werden. Dagegen gibt es heftige Proteste. Am heutigen Montag, 29. Juni, soll die endgültige Entscheidung über den Umzug im Kreistag fallen.

In der Schillerschule bleiben

Eltern und auch die Schulfamilie führen vor allem die vorbildliche Inklusion an der Schillerschule ins Feld: Kinder aus beiden Abteilungen – der Regel- und der Förderschule – haben viele Berührungspunkte und gemeinsame Aktivitäten. Mit dem Umzug würde diesem Zusammenleben ein jähes Ende gesetzt. Es sei allerdings möglich, ein Förderkind als Inklusivkind weiterhin in die Schillerschule zu schicken, darauf weist Bauer ausdrücklich hin. „Im hessischen Schulgesetz ist das Recht auf inklusiven Unterricht verankert.“ Behinderten und nicht behinderten Schülern müsse gemeinsames Lernen ermöglicht werden.

Wenn eine inklusive Beschulung gewünscht werde, dann finde ein Austausch zwischen der zuständigen Regelschule, dem staatlichen Schulamt, dem Schulträger und den Eltern statt, so Bauer. Der Kreis Bergstraße als Schulträger ergreife hierbei stets alle Maßnahmen, um die wohnortnahe inklusive Beschulung zu ermöglichen. Diese würden dann in einem Förderausschuss genau besprochen und festgelegt. Dafür würden auch spezielle Möbel angeschafft und auch Schallschutz oder Rampen eingebaut.

Kundgebung zum Kreistag

An der Sprachheilabteilung in Bürstadt werden Kinder aus dem gesamten Kreisgebiet in separaten Klassen unterrichtet und besonders gefördert, was die Sprache und das Sprechen, aber auch die Motorik betrifft. Dabei muss zuvor eines der drei Beratungs- und Förderzentren (BFZ) im Kreis Bergstraße – Lampertheim, Bensheim oder Mörlenbach – feststellen, ob das Kind grundsätzlich besonderen Förderbedarf hat.

Als Begründung für die Verlegung führt der Kreis die zentrale Lage von Heppenheim an. Alle Kinder aus dem Kreis sollen die Schule gut erreichen können. Zudem gebe es auf dem Bürstädter Schulgelände zu wenig Platz. Während der Kreistagssitzung haben Eltern eine Kundgebung ab 15 Uhr geplant, um ihren Protest gegen die Verlegung deutlich zu unterstreichen. Noch immer läuft auch eine Online-Petition, um Unterschriften gegen den Umzug zu sammeln. sbo

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