Bürstadt

Aktion Auf dem Freizeitkickergelände in Bürstadt gibt es nun einen Schutz vor Sonne und Regen / Kooperation mit Mirko Siegler

Jugendrat stellt neuen Unterstand auf

Archivartikel

Bürstadt.„Mein Baby“, sagt einer der Jugendlichen stolz und tätschelt fast zärtlich den Pfosten des neuen Unterstandes auf dem Freizeitkickergelände in Bürstadt. Mehr als zwei Jahre lang war dieser Thema im Jugendrat, nun konnte das Projekt endlich – mit reichlich Eigenleistung – verwirklicht werden. Hilfe bei der Herstellung des Unterstandes bekamen die Jugendlichen von Mirko Siegler, Geschäftsführer der Sima-Bau Siegler GmbH.

Es floss reichlich Schweiß, bis der drei auf zwei Meter große Unterstand in der Nähe der Skateranlage stand. Durch ihre aktive Mitarbeit wird den Jugendlichen das Projekt besonders in Erinnerung bleiben. „Den haben wir gebaut“, betont Mareen Weirich, Vorsitzende des Jugendrates. Denn alle haben mitangepackt. Die Mädchen hätten sich als Fundament-Damen wacker geschlagen und seien an der Wasserwaage unersetzlich gewesen, erzählen sie. Die Jungs fanden das Zusammensetzen und -schrauben aufregend. Jetzt müsse nur noch der innere Bereich ausgehoben und mit Schotter aufgefüllt werden, um eine saubere und pflegeleichte Fläche zu schaffen. Dann kommt noch eine Bank hinein.

Neuer Treffpunkt

„Das soll ein neuer Treffpunkt hier am Freizeitkickergelände werden: eine gute Unterstellmöglichkeit bei Sonne und Regen“, meint Weirich. Bürgermeisterin Bärbel Schader erinnert sich, wie lange das Ganze Thema war. „Am Anfang stand die Idee, einen ausrangierten Schiffscontainer aufzuschneiden und hier zu platzieren“, erzählt Schader. Der Jugendrat hat selbst Angebote eingeholt und Geld dafür im städtischen Haushalt beantragt.

Schließlich bot sich Mirko Siegler als Partner an. Sein Sohn Luis engagiert sich im Jugendrat. Sieglers Firma überlässt der Stadt Bürstadt den Unterstand zum Materialkostenpreis, zudem half er bei der Planung und Realisierung. So konnten die Kosten halbiert werden. „Vor allem ist daraus eine Mitmachaktion entstanden“, betont Siegler.

Skater helfen mit

An zwei Tagen waren die „Handwerker“ auf dem Freizeitkickergelände tätigt, dafür ließ Siegler eigens T-Shirts anfertigen. Selbst Skater, die gerade auf der Anlage fuhren, beteiligten sich spontan, so ging alles noch schneller voran. Insgesamt bestand das Team aus zehn Leuten. Wichtig ist für Siegler wie Schader die Identifikation mit dem Projekt: „Das haben wir geschaffen, das ist unser Unterstand!“

Für Siegler steckt darin viel Potenzial. Der Unterstand ist ein Prototyp, es könnten noch weitere aufgebaut werden. Zudem seien künftig ähnliche Kooperationen denkbar. „Es wäre schön, wenn sich noch andere Firmen aus Bürstadt einbringen – sei es bei einem Unterstand, bei Erdarbeiten oder im Bereich Sanitär“, meint Siegler. Die Synergieeffekte sind seiner Ansicht nach groß: Man bringe sich für Jugendliche in der Stadt ein und schaffe ein Gemeinschaftsgefühl. Zudem entstünden Kontakte, die den Firmen im Bereich Ausbildung nutzen könnten. „Von Bürstadt für Bürstadt“, fasst Schader das zusammen.

Der Jugendrat hat zudem noch weitere Wünsche: etwa eine fest installierte Toilette. „Wir werden zunächst Dixiklos stellen und schauen, welcher Standort sich dafür eignet“, kündigt die Bürgermeisterin an. Die Jugendlichen sind dankbar, dass ihre Pläne ernstgenommen und nun auch umgesetzt worden sind. str

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