Bürstadt

1. Judo-Club Bürstadt 27. Auflage des Workshops trotz Trainerausfalls ein Erfolg / Erfahrene Lehrer unterrichten Teilnehmer in unterschiedlichen Stilrichtungen

Kampfsport in all seinen Facetten gelehrt

Bürstadt.Mit Krankmeldung eines Gasttrainers begann der Lehrgangstag für den Veranstalter 1. Judo-Club (JCB) Bürstadt zunächst mit einem Schock. Zumal das selbst gesetzte Ziel des regelmäßig laufenden Kampfsport-Workshops ist, eine Plattform zum kooperativen Austausch unterschiedlicher Stilrichtungen zu sein. Neben Lapunti Arnis, Grappling und Jiu Jitsu sollte die 27. Auflage des Events den Teilnehmern die Gelegenheit bieten, Wing Tsun als erste Trainingseinheit des Tages kennenzulernen oder die bislang erlangten Kenntnisse in dieser Sparte zu vertiefen.

„Die Veranstaltung hat sich in vielen befreundeten Dojos erfreulicherweise als fest eingeplanter Termin etabliert“, berichtete Klaus Schmidt, der die Lehrgangsreihe 2005 ins Leben gerufen hat. „Unter den Teilnehmern befanden sich auch dieses Mal glücklicherweise einige erfahrene Trainer, deren Leistungen ich sehr schätze. So hatte ich die Qual der Wahl, welchem der vertrauten Trainerkollegen ich die frei gewordene Trainingszeit anbieten sollte“, so der Organisator weiter.

Die Wahl fiel letztlich auf einen jungen Nachwuchstrainer aus dem Bereich Jiu Jitsu, der sich bereits im Fokus von Klaus Schmidt befand und der neben seinem Trainerjob beim JCB als Lehr- und Prüfungsreferent im Jiu-Jitsu-Landesverband engagiert ist. Der aus Mainz angereiste Erik Stadl zeigte sich erfreut über das in ihn gesetzte Vertrauen und benötigte nur kurze Überlegungszeit, um sich bereitzuerklären, die frei gewordene Trainingseinheit zu übernehmen. Nachdem sich dann noch der in Frankfurt unterrichtende Trainer Michael Lim bereit erklärte, seine Trainingseinheit zeitlich nach vorne zu verlegen, um dem Neuzugänger im Referenten-Team etwas Vorbereitungszeit zu generieren, konnte der Lehrgang mit nur minimaler Verzögerung beginnen. Da viele der Lehrgangsteilnehmer bei früheren Veranstaltungen dabei waren und sich so bereits ein Bild von der guten Qualität des Trainingsangebot machen konnten, ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Programmänderung von den angereisten Sportlern entspannt aufgenommen wurde.

Verschiedenste Techniken

Anstelle einer waffenlosen Selbstverteidigung im Nahbereich, wurde der Lehrgang mit Lapunti Arnis begonnen, dessen Fokus im Bereich Stock gegen Stock liegt. Der von den Philippinen stammende Trainer Michel Lim zog die Teilnehmer aus neun differierenden Kampfsportstilen in seinen Bann und begeisterte mit seiner Leidenschaft für die philippinische Kampfkunst. Erik Stadl nutzte im Anschluss die geschenkte Gelegenheit, um seine Fertigkeiten im Jiu Jitsu zu präsentieren und seine Lieblingstechniken und Technikkombinationen gegen verschiedene waffenlose Angriffe zu vermitteln. Dabei kamen Verteidigungen gegen geschlagene oder getretene Angriffe gleichermaßen zum Einsatz wie Techniken gegen Angriffe mit Griffkontakt. Die körperlich anstrengendste Trainingseinheit folgte nach nur kurzer Mittagspause in Form von Grappling. Diese Wettkampfsportart beschäftigt sich überwiegend mit dem Bodenkampf und erinnert mit verändertem Regelwerk an Ringen oder den Bodenkampf im Judo.

Nach dem Training von diversen Fußhebeln und Würgetechniken konnten sich die Lehrgangsteilnehmer beim so genannten Rollen mit ihren Trainingspartnern messen. „Seit Kurzem lerne ich bei Luca Demeco in Frankenthal Bjj und Grappling“, unterstrich der Organisator die Einladung des Trainers der Grappling-Einheit. Der veränderten Tagesordnung geschuldet, zeigte sich zuletzt auch der Ausrichter flexibel und wechselte sein geplantes Jiu-Jitsu-Thema zu einer Art Crossover über die zuvor gezeigten Stile. Klaus Schmidt, der neben seiner neuen Leidenschaft für den Bodenkampf Modern Arnis und Jiu Jitsu trainiert und unterrichtet, demonstrierte Entwaffnungstechniken gegen Angriffe mit einem Stock. Hierbei kamen gleichermaßen Entwaffnungstechniken zum Einsatz, bei denen der Stock vom Angreifer zum Verteidiger wechselt wie Techniken, bei denen der Stock zu Boden fällt. Unabhängig von der Art der Entwaffnung endeten die Verteidigungsmaßnahmen durch Einsatz von Hebel- und Wurftechniken für den Angreifer nicht selten am Boden liegend. Für die Selbstverteidigung irrelevant, dafür aber mit viel Begeisterung für Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Stilen, ließ es sich der Gastgeber nicht nehmen, den Angreifer das eine oder andere Mal in so genannten Submission Positionen aus dem Grappling zu „verpacken“.

Zum Ende des 27. Kampfsport-Workshops war sich das Teilnehmerfeld, das von Anfängern mit weißen Gürteln bis zu hochgradigen Dan-Graduierungen alle Leistungsstufen im Kampfsport abdeckte, einig, dass der Lehrgang trotz widrigen Ausgangsverhältnissen eine sehr gelungene Veranstaltung war. Die Trainer, insbesondere der spontane Einsatz von Erik Stadl, wurden vielfach gelobt. Die Ankündigung, dass es auch im kommenden Jahr zwei weitere Kampfsport-Workshops dieser Art geben wird, wurde freudig aufgenommen. red

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