Bürstadt

Kein Brückenbauer

Martin Schulte zur politischen Aus-einandersetzung

Der Brückenbauer – das ist Alexander Bauers Markenzeichen. Damit bringt der CDU-Landtagsabgeordnete zum Ausdruck, der Verbindungsmann der Kommunen seines hiesigen Wahlkreises nach Wiesbaden zu sein. Dieses Postulat untermauert der rührige Politiker immer wieder auch mit Erfolgen. Soweit Wiesbaden. In seiner Heimatstadt Bürstadt hat der Stadtverordnete ein weniger glückliches Händchen.

Natürlich muss der Brückenbauer mitunter zum Hammer greifen, wenn Platz für Neues geschaffen werden muss. Schwingt er dieses Werkzeug allerdings, um den am Bau Mitwirkenden vor den Kopf zu stoßen, kann die Brücke keine Belastungen aushalten. Aber genau das müsste sie vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung über die Gründung der von Lampertheim forcierten Energie-Gesellschaft. Gemeinsame Gespräche sind überfällig. Die SPD als Totengräber interkommunaler Zusammenarbeit zu bezeichnen, taugt wohl nicht als Einladung dazu.

Ganz grundsätzlich ist aber festzuhalten: Die Mehrheit des Bürstädter Parlaments hat sich gegen einen Aufschub der Entscheidung entschieden, die gleiche Mehrheit hat gegen die Gründung der Projekt-Gesellschaft votiert – und damit hat sie mittelbar gegen den Verbrauch von 50 000 Quadratmeter wertvoller Ackerfläche für den Bau eines Solarparks in Lampertheim gestimmt. Das gilt es im Parlamentarismus zu respektieren. Man kann es kritisieren und neu diskutieren. Jetzt, viel zu spät, wäre Diplomatie gefragt.

Den Vorschlag Bauers in der Parlamentssitzung, die Entscheidung zu vertagen, um zunächst einmal Gesprächen mit den Lampertheimer Kollegen Raum zu schaffen, abzulehnen, war für die Kommunikation zwischen Bürstadt und Lampertheim unbestritten nicht förderlich. Seine harsche Kritik ist aber unter diesem Licht zu betrachten: Alexander Bauer weiß gewiss, dass die Bürgermeister beider Städte suboptimal kommuniziert haben. Genauso kann es ihm nicht verborgen geblieben sein, dass Energieried hätte besser kommunizieren müssen. Und er wird darüber im Bilde sein, dass die am Projekt interessierten Akteure die Mandatsträger in Bürstadt offenkundig überrumpeln wollten.

Nun hat sich deren Mehrheit das nicht bieten lassen. Und das ist ihr gutes Recht. Schließlich sind die Parlamentarier die entscheidenden Akteure. Und mit denen springt man nicht so um.

Die von der Landesregierung geforderte interkommunale Zusammenarbeit ist damit nicht begraben. Reden kann man immer. Auf ein Neues!

 
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