Bürstadt

Geselligkeit Beim Traktorziehen müssen sich die Teilnehmer mächtig ins Zeug legen / Partynacht im Zelt

Kerwecrew übernimmt Kommando

Riedrode.Seit Freitag tobt die Kerwe in Riedrode. Der kleinste Bürstädter Stadtteil ist fest in der Hand von starken Kerwemädels und Kerweburschen. Mit ordentlichem Getöse hatten sie am Freitagabend die hinter dem Bürgerhaus verbuddelte Kerwe nach 361 Tagen ausgegraben und sie unter dem Beifall der Zaungäste wieder zum Leben erweckt.

Die 20-köpfige Kerwe-Mannschaft um Kerwevadder Sebastian Kreiling - zu der auch das lädierte Kerwemädel Lena Faecke gehört, die liegend transportiert werden musste - rief Mundschenk Fabian Kreiling auf den Plan. Schnell waren der Kerwewein entkorkt und das Publikum zum Mittrinken animiert. "Die haben vergangene Nacht schon mal bis 3.30 Uhr vorgeglüht", verriet Kerweopa Bernd Deckenbach.

Ortsvorsteherin Kirstin Garb sorgte am nächsten Tag nach letzten Aufbauarbeiten für ausgewogene Kost und eine gesundheitsfördernde Grundlage. Denn neben einem guten Magen brauchte die Crew kräftige Stimmbänder. Immer wieder ertönte der Ruf: "Wem ist die Kerwe?" Gut gezogen und im Beisein der Hofheimer Kerweburschen fiel die Zustimmung des Publikums unmissverständlich mit "unser" aus.

Botschafterin ausgeliehen

Kerweopa Deckenbach stellte den Besuchern noch einmal das Kerweprogramm bis einschließlich heute vor und machte deutlich, dass Sonnenbotschafterin und Kerwemädel-Praktikantin Alicia Keinz nur an "Bürstadt ausgeliehen sei". Das wurde vom Publikum ebenso bejubelt, wie Andreas "Andy" Gussmann mit Applaus zur bestandenen Meisterprüfung im Gewerk Heizung, Sanitär und Klimatechnik gratuliert wurde.

Zum Auftakt der Riedroder Kerwe gehören die Gaudispiele: Ein elf Tonnen schweres Traktor-Ungetüm stand am Dorfbrunnen bereit. Mit einem dicken, langen Tau versehen, sollten die einzelnen Mannschaften das Schwergewicht über eine kurze Strecke ziehen. Das dazu erst einmal ein kühles Bier für die Mobilmachung der Muskeln sorgen sollte, versteht sich in Riedrode fast von selbst. Denn nur, wenn die jeweils achtköpfigen Mannschaften das Glas blitzschnell ausgetrunken hatten, durften sie sich kräftig ins Zeug legen.

Unter lauten Anfeuerungsrufen gelang das allen Mannschaften - auch der aus Kerwemädels zusammengestellten Crew - unter Aufbietung aller Kräfte. Mächtig ins Zeug legten sich die "Prominenten", zu denen CDU-Landtagsabgeordneter Alexander Bauer, einige Gemeindevertreter und Sonnenbotschafterin Alicia gehörten. Obwohl von Bauamtsmitarbeiter Claus Ofenloch energisch angefeuert, konnten sie den Sieg von Familie Schwaier nicht verhindern.

Nach einem kräftigen Regenschauer übte das Festzelt eine große Anziehungskraft aus. Hier trat zum Auftakt der viertägigen Sause die Band Audiofeel auf. Das Motto der Musiker heißt: "Wenn Musik zur Party wird." Und so läuteten sie die erste lange Kerwenacht ein.

Der Samstagmorgen hielt kräftige Kost für die Kerwemannschaft bereit. Markus Deckenbach servierte ein afrikanisches Frühstück, anschließend lud Familie Faecke zu Weißwürsten ein. Mit dieser guten Grundlage ließ es sich erneut gut feiern. Während die Karussells fröhlich ihre Runden drehten, versammelte sich die Bevölkerung erneut am Milchhäuschen. Leckeres Essen und das eine oder andere Bier schmeckten auch beim Auftritt des Bergsträßer Schlagerkönigs Rico Bravo, der mit "Tante Rosi" und Freund "Howie" die Hits der 70er Jahre knackfrisch servierte. "Griechischer Wein" erinnerte an Urlaubstage, und zusammen mit dem gut aufgelegten Publikum gab's musikalische Grüße für "Michaela", "Anita" und "Josie".

Heute Abend wird die Kerwe dann um 19 Uhr tränenreich hinter dem Bürgerhaus wieder zu Grabe getragen.

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