Bürstadt

Tradition Bürstadt feiert Kewe / Ökumenischer Gottesdienst zu Beginn / Umzug mit Oldtimer-Traktoren zum Marktplatz / Erinnerung an den verstorbenen HCV-Fastnachter Karl-Heinz Wahlig

Kerwevadder Damiano Brucato liest die Leviten

Archivartikel

Bürstadt.Stand schon der ökumenische Gottesdienst am Kerwesamstag unter dem Motto „zusammen leben – zusammen wachsen“, so arbeiteten auch Kerwevadder Damiano Brucato und Sonnenbotschafterin Saskia I. perfekt zusammen. Denn während des Gottesdienstes unter freiem Himmel, den Pfarrerin Johanna Gotzmann und Pfarrreferent Michael Held gemeinsam gestalteten, blieb es trocken. Auch der kleine Kerweumzug und Brucatos launige Kerwerede blieben von Wetterkapriolen verschont.

Von Oldtimer-Traktoren gezogen, folgten dem Spielmannszug der Feuerwehr Bürstadt-Hofheim nicht nur die Honoratioren des Festes, auch die Kerwemannschaft, die Garden des Heimat- und Carnevalvereins (HCV) und die Mitglieder des Bollerwagenclubs zogen gemeinsam dem Marktplatz entgegen. Hier wurden sie von vielen Kerwegästen in Empfang genommen und von Bürgermeisterin Bärbel Schader begrüßt. Für Musik sorgte das Duo Winkler & Winkler.

Damiano Brucato erinnerte an den verstorbenen HCV-Fastnachter Karl-Heinz Wahlig. „Uff de Fasnacht war er e echti Größ in de Bitt, des war awwer net soin oanziche Hit.“ Er war auch als Ur-Kerwevadder bekannt. Brucato sang mit den Winkler-Jungs ein wehmütiges „Good by Charlie“.

Dass darauf erst einmal einer getrunken sein musste, war klar. Und dann las Brucato einigen Verantwortlichen aus Stadt und Land die Leviten. So wunderte er sich, dass trotz „Miggeplage“ eine Bekämpfung der stechenden Viecher wegen nicht einsatzbereiter Hubschrauber ausfallen musste. Darauf musste ebenso „mol getrunke soi“, wie eine Schunkelrunde so manche verkrampften Gesichtsmuskeln wieder löste. Dass die Straßen in Bürstadt immer noch mehr Löcher haben als jeder Golfplatz, wurde ebenso von ihm moniert. Und auch die Verschwendung von „Kohle“ der „Steierzahler“. Zudem wunderte er sich über den Sinn und Zweck eines aufgemalten Kreisels in der Innenstadt und schlug vor, dass auch die Bahnübergänge mittels Kreisverkehr für Züge zum besseren Verkehrsfluss umgestaltet werden sollten. Dafür erntete er ebenso viele Lacher, wie die Kerwegäste freudig das Schunkellied „Ja, so ein guter Pfalzwein“ mitsangen.

Auch der Abriss der VfR-Tribüne und die Umgestaltung der Bahnhofsallee blieben nicht unerwähnt. „Wonn ma all die schlechtee Nochrichte härt, glaabt man, die gonz Welt um uns rum iss gstärt“, motzte der Kerwevadder und war sich sicher, dass sein Heimatverein HCV viel besser regieren könnte. Doch leider, leider sei dieser mit seinem umfangreichen Kulturprogramm rund um die Fastnacht und die Bürstädter Kerwe schon total ausgelastet.

Kranz getauft

Dann wurde der Kerwekranz mit edlem Rebensaft getauft und unter dem kräftigen Beifall des Publikums unter das Markthallendach gezogen. In Windeseile verteilten die HCV-Gardemädchen Freikarten für die Karussells, und so mancher Kerwebesucher versuchte sein Glück an den Los- oder Schießbuden. Zudem luden Speisen- und Getränkestände zum Verweilen ein. Fell

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