Bürstadt

Fest Gottesdienst zu Beginn / Viel Musik und eine launige Rede von Damiano Brucato / Rummelplatz lädt ein

Kerwevadder hat einiges zu meckern

Archivartikel

Bürstadt.In breitester Mundart schimpfte der Bürstädter Kerwevadder Damiano Brucato in seiner Rede über schlecht spielende Kicker bei der Fußball-WM und schüttelte den Kopf über Hundebesitzer, die zwar den Kot ihrer geliebten Vierbeiner in ein Plastiktütchen verpackten, dieses aber anschließend ins Feld schmissen. „Es tut eich doch aach koaner, dess is zum Lache, soi Geschäft inn eiern Garde mache, ocher in de Dutt versenke, unn donn on eier Haustär henke“, monierte er. Bei so viel Ärger musste natürlich das eine oder andere Glas mehr „getrunke sei“.

Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich die Kerwegänger zum Auftakt der traditionellen Sause zunächst im alla hopp!-Park zu einem ökumenischen Gottesdienst mit den Geistlichen Peter Kern und Johanna Gotzmann getroffen. Musikalisch umrahmt vom evangelischen Kirchen- und Posaunenchor nahmen daran nicht nur die Bewohner des Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth teil, sondern auch die Narren der Stadt waren zahlreich vertreten.

Umzug zum Marktplatz

Das bunte Bild unterstrichen die geschmückten Wagen des Bulldog- und Landmaschinenclubs, auf deren Rollen die Kerwe-Honoratioren zum Marktplatz chauffiert wurden. Vorneweg ebnete der Spielmannszug der Feuerwehren Bürstadt und Hofheim musikalisch den Weg zum Marktplatz. Hier drehten nicht nur die Fahrgeschäfte ihre Runden, auch das Festzelt und Kirmesbuden luden zum Verweilen ein. Dort schlug die Stunde des italienischen Lampertheimers Damiano Brucato. Als Kerwevadder und Vizepräsident des Bürstädter Heimat- und Carnevalvereins (HCV) hatte er sein Männerballett zu vergnügten Kerweburschen umfunktioniert. Zur Unterstützung hatte er sich zudem die HCV-Garde mitgebracht. Auch die Tänzerinnen der Juniorgarde Charisma sorgten, neben Abordnungen der Sackschdoahogger und des Frauenfastnachtsverein Guud druff für Lokalkolorit.

Während das Duo Winkler & Winkler mit Schunkelliedern für heimatlich-musikalische Stimmung sorgte, wunderte sich Brucato über Knöllchen, die Falschparker in der Wilhelmstraße verpasst bekommen. „Do gäb’s, so munkelt ma doch, je noch Automarke, verschiedene Strofe“, meckerte er. Dass junge Ehepaare das Kopfsteinpflaster in der Bahnhofstraße nun nicht mehr zum Einschlafen ihrer Kinder benutzen könnten, stimmte ihn ebenso besorgt, wie er den Verkauf eben dieses Kopfsteinpflasters zum Thema machte. Ein Prost auf das Rathaus waren ihm auch die „wiederkehrende Straßenbeitrags-Gebühr“ wert.

Doch bei allem Unbill schrieb er den Kerwebesuchern ins Stammbuch: „Drum feiert die Kerb, solang es noch geiht, denn leischt uff’m Kärschhouf, is alles zu spät.“ Die anschließende Kranzweihe leistete er ebenso souverän, wie der Spielmannszug und das Duo Winkler & Winkler seine musikalischen Fähigkeiten noch einmal unter Beweis stellten. Beklatscht und gefeiert wurden auch Fahrgeschäftsinhaber Markus Schneider für 200 gespendete Freifahrten und Wirt Volker Berg, der Freibier ausschenken ließ.

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