Bürstadt

Halbzeitbilanz CDU und FDP setzen sich Ziele für die künftige Entwicklung in Bürstadt / Wohnraum und Kinderbetreuung im Fokus

Koalition will auf weitere Zuzüge vorbereitet sein

Archivartikel

Bürstadt.Die Koalition von CDU und FDP in Bürstadt hat die halbe Amtszeit hinter sich. Zwei weitere Jahre liegen noch vor ihr. Zeit für die Fraktionsvorsitzenden Jürgen Eberle (CDU) und Burkhard Vetter (FDP) eine Zwischenbilanz zu ziehen und einen Ausblick zu wagen.

Das taten sie originellerweise im Waldklassenzimmer, zu dem die CDU einst den Antrag gestellt hatte. „Unsere Grundgedanken gehen in die gleiche Richtung. Deswegen können wir auch zusammenarbeiten“, betonte Eberle. Bedauerlich finden beide, dass die der Gesangverein Harmonie das traditionelle Waldfest nicht mehr auf dem Grillplatz direkt neben dem Waldklassenzimmer ausrichtet. „Und das ist nicht der einzige Verein, der Feste nicht mehr in der gewohnten Weise durchführen kann, sei es aus Altersgründen oder wegen fehlender Helfer“, so Vetter.

Der Einzelhändler kennt das Problem, er gehört zum Orga-Team für den Bürstädter Frühjahrsmarkt. „Wir brauchen eine Institution oder ein Gremium, das sich um die Organisation kümmert, sich auch in Rechtsfragen auskennt und an das sich die Vereine dranhängen können. Die Stadt kann das alleine nicht leisten“, stellte Vetter fest. Er steht dazu mit Wirtschaftsförderer Tim Lux in Verbindung. Die Stadt plant, eine Art Marketing-Verein ins Leben zu rufen, der sich um das Stadtfest und andere Veranstaltungen kümmern soll und auch Sponsorengelder einwerben kann.

Verdichten in der Innenstadt

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Koalition ist die Entwicklung in der Innenstadt. Es gibt nicht mehr so viele Flächen, auf denen Neubaugebiete entstehen können, darin sind sich die Parteien einig. Deshalb will man sich in der Koalition auf die Nachverdichtung in der Stadt konzentrieren.

„Wir möchten eine Quartierentwicklung machen. Dafür brauchen wir Pläne, die es allerdings bisher noch nicht gibt“, ließ Eberle verlauten. Einen reinen sozialen Wohnungsbau, wie ihn die SPD für die Innenstadt will, sieht Vetter nicht. „Das wird hier nicht funktionieren. Wir brauchen die Geschäfte in der Innenstadt, um sie attraktiv zu halten, der Handel vor Ort ist sinnvoll“, so Vetter. Das Vorkaufsrecht für die Stadt solle deshalb nicht immer eingesetzt werden, Eberle möchte auch private Investoren fördern, wie in der Römerstraße, wo viel neuer Wohnraum geschaffen worden sei.

In Sachen Kindertagesstätten sei Bürstadt noch gut aufgestellt, aber die Weiterentwicklung steht trotzdem an. „Im Sport- und Bildungscampus soll eine Bewegungskita entstehen“, teilte Eberle mit. Die Kinderbetreuung sei auch ein Standortfaktor für junge Familien, die zuziehen wollen. Für die soll es auch neuen Wohnraum geben, unter anderem in Bahnhofsnähe auf dem Raiffeisengelände. „Wir leben im Speckgürtel der Metropolregion und erwarten noch erheblichen Zuzug“, so Vetters Ansicht.

Kleine Grundstücke für Gewerbe

Nachfrage bestehe auch bei Gewerbegebieten mit kleineren Grundstücken, meinte Vetter. Deswegen hat die Koalition das Gebiet „Im Mittelfeld“ befürwortet. Dort können Grundstücke ab 1000 Quadratmeter gekauft werden, beispielsweise von Handwerkern, die aus der Stadt heraus wollen. Am „Brückelsgraben“ seien Lkw-Standplätze mit sanitären Anlagen geplant, so Eberle. „Wir wollen nicht in die Lage kommen wie Biblis, die dort das Problem mit den Lkw am Wochenende haben“, führte Eberle aus.

„Andere Kommunen blicken neidisch auf uns, weil Bürstadt sich so gut entwickelt hat“, ist sich Vetter sicher. Der Schuldenstand ist zurückgegangen, und die Schulen werden saniert und ausgebaut. Dies sei nicht zuletzt den Aktivitäten der Bürgermeisterin Bärbel Schader zu verdanken, die eine Menge Fördergelder generiert habe.

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