Bürstadt

Straßenbau Sanierung des Bubenlachrings hat begonnen / Energieversorger lehnt es ab, 50 Jahre alte Stromleitungen zu erneuern

Kommunalpolitiker kritisieren EWR

Archivartikel

Bürstadt.Den EWR-Mitarbeitern dürften am Mittwochabend die Ohren geklingelt haben. Im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung in Bürstadt hagelte es Kritik am Wormser Energieeversorger, weil er sich weigere, die Stromkabel im Bubenlachring zu erneuern. „Wir haben sie drei Mal aufgefordert, da die Straße jetzt offen ist, aber sie sind nicht bereit dazu“, erklärte Bürgermeisterin Bärbel Schader.

Schriftlich teilte das Unternehmen mit, dass die Leitungen im Bubenlachring aus den 70er Jahren stammen. Insofern seien sie „weniger als 50 Jahre alt. Was bei einer zu erwartenden Lebensdauer von 80 Jahren und mehr noch völlig in Ordnung ist.“ Diese Information nannte Lothar Ohl (SPD) eine Frechheit. Die Verwaltung soll einen Vertreter des Unternehmens zur nächsten Sitzung des Ausschusses am Mittwoch, 25. September, einladen. Dann geht es erneut um den Bubenlachring – und die Details, wie die Straße nachher aussehen soll.

Die Sanierung ihrer Straße treibt die Anwohner nach wie vor um. Viele kamen deshalb zur Sitzung. „Sie halten bei jedem Starkregen die Luft an“, sagte Franz Siegl (SPD). Es habe schon überflutete Keller gegeben. Harald Klotz vom Tiefbauamt versicherte im Sitzungssaal, die Kanäle seien groß genug dimensioniert, um das Wasser aufzunehmen. Laut Ohl fürchten die Anwohner zudem, dass bei den Arbeiten Risse an den Häusern entstehen könnten. „Es gibt Erschütterungsmessungen, bevor wir anfangen“, versprach Klotz.

Bei der Modernisierung werde es nach dem aktuellen Stand aber kein Glasfasernetz durch die Telekom geben, so Schader. Deshalb verhandle die Stadt nun mit anderen Anbietern. „Wir legen auf jeden Fall Leerrohre, damit wir gewappnet sind – und später modernisieren können, ohne die Straße wieder aufreißen zu müssen“, kündigte Schader an.

Alexander Bauer (CDU) versicherte zudem, dass sich die Baustellenstraße, die später als Dietmar-Hopp-Weg über den Campus führen soll, nicht als Schleichweg eigne: „Es wird Poller in der Mitte geben, so dass nur Rettungsfahrzeuge durchfahren können.“

Noch offene Fragen, etwa was Parkbuchten entlang des Campus, eine mögliche Verkehrsberuhigung oder Tempo-30-Zone betrifft, sollen die zuständigen Planer in der Sitzung vom 25. September beantworten. Laut Schader wird das Ingenieurbüro Schweiger und Scholz die Pläne und Möglichkeiten im Bubenlachring erläutern. Die Bauarbeiten haben zwar begonnen, doch nur am Kanal zur Nibelungenstraße hin. „Der Ausbau dauert noch bis Ende 2020“, sagte Schader. Für grundsätzliche Fragen sei daher noch Zeit. cos

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