Bürstadt

Alten- und Pflegeheim Doris Rapp leitet seit Mitte Januar stellvertretend St. Elisabeth / Große Herausforderungen wegen Besuchsverbot der Bewohner und bei Umbau des Hauses

„Kommunikation steht bei uns im Mittelpunkt“

Bürstadt.Doris Rapp ist die stellvertretende Leiterin des Altenpflegeheims St. Elisabeth. Seit Mitte Januar ersetzt sie den bisherigen Heimleiter Günter Schwering, der erkrankt ist und auf unbestimmte Zeit ausfällt.

Bisher war sie Leiterin des Pflegedienstes und arbeitet seit vielen Jahren an der Seite von Schwering. Derzeit ist die Situation zusätzlich durch die Corona-Krise erschwert. Aber Doris Rapp führt viele Dinge so weiter wie bisher. Zum Beispiel gibt es jeden Montag ein Treffen mit allen Abteilungsleitern, dazu zählen auch die Küche und die Haustechnik. „Jede Abteilung trägt dann vor, was in dieser Woche alles ansteht, damit alle informiert sind. Die Kommunikation steht bei uns im Mittelpunkt“, erzählt die 60-Jährige.

Täglich sind es die kurzen Abstimmungsgespräche mit allen Leitungen aus den Wohngruppen und der Verwaltung. Probleme gebe es derzeit beispielsweise bei Lieferketten, die nicht mehr so funktionieren, und bei Medizinprodukten. „Vieles wird überteuert angeboten, es gibt Nachschubprobleme bei Masken und Händedesinfektionsmittel“, zählt Rapp auf.

Verzögerungen bei Baustelle

Das Besuchsverbot stellte die Mitarbeiter auch vor Schwierigkeiten, denn alle Heimbewohner hätten ein Recht darauf, ihre Angehörigen zu sehen. „Im Briebelsaal können wir Tische aufstellen und so den Mindestabstand gewährleisten. Auch draußen ist ein Treffen problemlos möglich“, betont Doris Rapp. Eine große Herausforderung sei es hingegen im Demenzbereich. Hier soll es eine Schutzausrüstung für die Angehörigen geben. Zwischenzeitlich konnten sich alle nur über Videoanrufe oder WhatsApp-Telefonate sehen oder hören. „Was für uns so normal ist, war für viele Senioren eine besondere Erfahrung, zum Beispiel sich über die Videofunktion am Handy zuzuwinken“, sagt Doris Rapp und lacht.

Auch auf der Baustelle des Anbaus komme es coronabedingt zu Verzögerungen. Der Eröffnungstermin im Juni kann voraussichtlich nicht gehalten werden. Auch im bisherigen Gebäude stehen Sanierungen an. Doppel- sollen zu Einzelzimmern umgebaut werden, zudem sind Wohngruppen geplant. Ab Oktober beginnt das neue Ausbildungskonzept zur „generalistischen Pflegefachkraft“. Doris Rapp hält regelmäßig Kontakt zu Caritasdirektorin Stefanie Rhein, die einmal pro Woche vorbeischaut, um sich zu besprechen. „Sie ist eine große Unterstützung und hat immer ein offenes Ohr“, lobt Doris Rapp.

Dienstende absehbar

Rapp selbst ist gelernte Krankenschwester, hat in den Jahren 1977 bis 1979 ihre Ausbildung in Frankfurt am Marienkrankenhaus gemacht, wo sie als stellvertretende Stationsschwester gearbeitet hat. 1981 hat sie geheiratet, ist mit ihrem Mann nach Worms gezogen und hat dort am Klinikum als Stationsleitung die Urologie und die Unfallchirurgie geleitet. Sie hat drei Kinder bekommen und war noch im Mutterschutz, als sie der Zufall 1989 nach Bürstadt ins Altenpflegeheim geführt hat. Dessen Leiter Günter Schwering war sofort begeistert von ihr und hat sie in Teilzeit als Krankenschwester eingestellt. „Ein Jahr später war ich schon Stationsleitung, ab 1998 Pflegedienstleitung“, berichtet sie.

Schwering mit seiner Menschlichkeit fehle natürlich als Ansprechpartner, aber er habe seine Mitarbeiter immer selbstständig arbeiten und entscheiden lassen. „Deswegen können wir das Haus in dieser Situation selbst leiten. Aber wir denken oft: Was hätte er dazu gesagt? Oder wie hätte er das entschieden? So wird er immer bei uns eingebunden, und wir führen die Arbeit in seinem Sinne weiter“, meint die stellvertretende Heimleiterin. Allerdings ist sie bereits in der aktiven Altersteilzeit, also ist ihr Dienstende absehbar. cid

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