Bürstadt

Soziales Früheres Hotel in der Bürstädter Vincenzstraße keine Flüchtlingsunterkunft mehr

Kreis lässt Mietvertrag auslaufen

Archivartikel

Bürstadt.Der Kreis Bergstraße bringt keine Flüchtlinge mehr im ehemaligen Hotel in der Vincenzstraße unter. Der Mietvertrag ist bereits Ende Juni ausgelaufen und wurde nicht verlängert, weil der Kreis Bergstraße die Unterkunft wegen der sinkenden Flüchtlingszahlen nicht mehr benötige. Das teilt eine Sprecherin auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Ab August 2015 hatte der Kreis, der zuständig ist für die Unterbringung der Flüchtlinge, im ersten und zweiten Stock des früheren Hotels zeitweise bis zu 50 Personen untergebracht. Im März lebten noch gut 30 Personen dort, etwa die Hälfte davon war bereits anerkannt und darf in Deutschland bleiben. Diese Menschen sollten die Gemeinschaftsunterkünfte eigentlich verlassen. Da es aber zu wenige günstige Wohnungen gibt, blieben viele in der Gemeinschaftsunterkunft. Nach Auskunft des Kreises konnten einige Bewohner einen Mietvertrag mit dem Eigentümer abschließen.

Jene Asylbewerber, deren Verfahren noch offen ist, hat der Kreis in anderen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. In Bürstadt leben derzeit nach Angaben der Sprecherin 56 Flüchtlinge mit unklarer Perspektive in Gemeinschaftsunterkünften, in Biblis sind es 52 und in Groß-Rohrheim 22.

Das ehemalige Hotel gilt ganz offiziell als sozialer Brennpunkt in Bürstadt. Seit Jahren häufen sich die Beschwerden von Anwohnern bei der Stadtverwaltung. Allerdings bezogen sich diese vor allem auf die dauerhaften Mieter in dem Komplex und nicht auf die Flüchtlinge, die nur kurzfristig dort untergebracht waren. Die Stadt hat das Areal ins Fördergebiet „Soziale Stadt“ aufgenommen. Solange das Gebäude jedoch in privater Hand ist, hat die Verwaltung kaum Möglichkeiten, die Situation vor Ort zu verbessern. cos

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional