Bürstadt

Karfreitag Beim Kinderkreuzweg in St. Peter erfahren die Teilnehmer, wie sich Jesus von seinen Jüngern verabschiedete und welche Leiden er auf sich nahm

Kreuz und Dornenkrone getragen

Archivartikel

Bürstadt.„Das ist ja gemein“, flüsterte ein Mädchen, als beim Kinderkreuzweg der Pfarrgruppe Bürstadt Judas’ Verrat an Jesus zur Sprache kam. Die Gemeindereferenten Iris und Michael Held sowie Tobias Bechtloff leiteten den Kinderkreuzweg als Sprecher und Darsteller in St. Peter. Die zahlreichen Kinder und deren Familien bekamen an sechs Stationen den Weg Jesu vom letzten Abendmahl bis zu seinem Tod vor Augen geführt.

Dämmriges Licht herrschte im Gemeindesaal, als die Kinder hereinkamen und sich vor dem Tisch zum letzten Abendmahl aufstellten. Die Atmosphäre holte die Kinder sofort ein, sie beobachteten gebannt, was passierte, hörten aufmerksam zu.

Auf der langen Tafel standen Brot und Wein sowie zwölf Kerzen für die Jünger und eine größere Jesuskerze. Alle wurden nacheinander, bei der Nennung der Namen, angezündet. Ganz am Ende die von Judas. Die Teilnehmer hörten, wie Jesus sagte, es sei das letzte Mal, dass er mit den Jüngern esse. Dass Verrat diese Gemeinschaft schon bald zerstören werde.

Schlafende Jünger

Die Kinder durften die Kerzen dann auf die andere Seite des Saals tragen, zum Garten Gethsemane, dargestellt mit bunten Tüchern. Dort am Ölberg verbrachte Jesus die letzte Nacht, er wachte und betete, während seine Jünger einschliefen, ihre Kerzen erloschen. „Jesus ist böse auf die verschlafenen Freunde“, erklärte ein Mädchen seiner Mutter. Die Kerze von Jesus brannte weiter, nahe an sie heran getragen wurde die ebenfalls noch brennende Kerze von Judas, dem Verräter.

Die Soldaten kamen, klirrend fielen Silbermünzen auf den Boden, die Kinder erschraken, Jesus wurde für Geld verraten und festgenommen. Die Kinder gingen nun aus dem Saal und ein paar Schritte weiter vor das Pfarrhaus. Dort stand Michael Held als Pilatus an einem Richterstand. Der Mob forderte den Tod von Jesus, Pilatus war unsicher, gab dann aber nach: „Ans Kreuz mit ihm.“ Dass Menschen schnell verurteilt würden, geschehe noch heute, weil sie kein Geld hätten, weil sie keine Markenkleidung tragen würden, weil sie dicker seien – das wurde an dieser Stelle als aktueller Bezug angeführt.

Den Kindern wurden nun das Kreuz und die Dornenkrone überreicht, gemeinsam zogen sie weiter zum Kirchenvorplatz, zur dritten Station mit Veronika, jener Frau, die Jesus bei seinem Kreuzweg half und sein Leid lindern wollte. Sie tupfte mit ihrem weißen Tuch sein blutiges, verschwitztes Gesicht ab. Auf diesem Schweißtuch erschien daraufhin das Gesicht Jesu.

Nun wurden die Kinder aufgefordert es Veronika gleichzutun, sie tupften ihren Nachbarn und dem Kreuzträger mit Taschentüchern das Gesicht ab und bewahrten die Tücher auf. An der Station vor dem Hauptportal der Kirche ging es um Simon von Cyrene, er wurde von Soldaten gezwungen, Jesu Kreuz zu tragen, als dieser nicht mehr konnte. Das verdeutlichte den Kindern, dass man manchmal Hilfe braucht, wenn es einem schlecht geht.

Dann erreichten die Teilnehmer den Hügel Golgatha. Die Kinder zählten auf, wie Menschen anderen Menschen Gewalt antun. Dabei schlug einer Nägel in das Kreuz. Eine Trommel nahm den Rhythmus auf, immer lauter und schneller. Jesus rief: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ Die Trommel verstummte. Die Jesus-Kerze erlosch. Still gingen alle in den Keller des Gemeindezentrums, dort war eine Grabstätte aufgebaut: für das Kreuz und die Taschentücher. Der Raum wurde verdunkelt, schweigend gingen alle hinaus. Doch das ist nicht das Ende der Geschichte. Denn an Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu.

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