Bürstadt

Unterhaltung Absage der Dudenhöffer-Veranstaltung reißt Loch in Einnahmenkasse / Personalkosten in Höhe von 44 000 Euro

Kulturbeirat verbucht Defizit

Archivartikel

Bürstadt.Der Bürstädter Kulturbeirat hat im Jahr 2019 ein Defizit eingefahren. Das beschäftigte die Mitglieder des Sozial- sowie des Haupt- und Finanzausschusses in ihrer gemeinsamen Sitzung. Erster Stadtrat Walter Wiedemann, der Vorsitzender des Kulturbeirats ist, hatte die Zahlen fürs Jahr 2019 parat: Bei den elf Veranstaltungen hatte das Gremium nahezu kostendeckend gearbeitet. Dazu kamen allerdings anteilige Personalkosten von rund 44 000 Euro. Im Etat eingeplant waren etwa 42 000 Euro.

Vor allem die Absage des Auftritts von Publikumsmagnet Gerd Dudenhöffer habe ein Loch in die Kasse gerissen, berichtet Wiedemann. 500 Karten seien schon verkauft gewesen. Nach der Absage mussten alle wieder zurückerstattet werden, was Kosten von etwa 500 Euro verursacht habe. Damit schloss das rein operative Geschäft mit einem Defizit von rund 2700 Euro ab. „Wäre Dudenhöffer gekommen, hätten wir mit einem Plus von rund 1000 Euro abgeschlossen“, macht Wiedemann deutlich.

Die Sachkosten für Plakate oder Anzeigen in Höhe von rund 8000 Euro würden zum Großteil durch Sponsoring-Verträge aufgefangen. Mit den Personalkosten beziffere sich das Minus auf 47 000 Euro – und läge damit gar nicht so weit vom Haushaltsansatz entfernt. „Für mich ist das Jahr 2019 normal abgelaufen“, zieht Wiedemann Bilanz.

Schon 600 Karten weg

Für das laufende Jahr ist der Kartenverkauf bereits sehr gut gestartet, berichtet der Erste Stadtrat. Schon allein für den Auftritt von Daphne de Luxe am 19. März seien 600 Karten verkauft. Auch Dudenhöffer hat fest versprochen, diesmal nach Bürstadt zu kommen. Für das Jahr 2021 seien mittlerweile schon sieben Termine in trockenen Tüchern. „Wenn es so weiter geht, sieht es also gut aus“, sagt Wiedemann. Immer vorausgesetzt, der Coronavirus mache dem Kulturbeirat keinen Strich durch die Rechnung, wie allerdings Weidemann betonte.

Vor allem den Sozialdemokraten Gunter Kuhn und Franz Siegl erschienen die Personalkosten von 44 000 Euro für elf Veranstaltungen verhältnismäßig hoch. Burkhard Vetter (FDP) nannte die Summe geradezu „wahnsinnig“. Wiedemann ging dabei davon aus, dass die Rathaus-Mitarbeiter bei den abendlichen Veranstaltungen rund zwei Stunden im Einsatz seien. „Muss dabei überhaupt städtisches Personal im Einsatz sein? Oder könnte man das einer 450 Euro-Kraft übertragen?“, hakte Vetter nach.

Wiedemann machte deutlich, das während der Veranstaltungen mit rund 4000 Euro nur ein geringer Teil der Kosten anfalle. „Der große Rest wird nicht wegfallen können.“ Damit sind die organisatorischen Tätigkeiten gemeint, die das ganze Jahr über anfallen: Terminvereinbarungen, Absprachen mit dem Management, Vertragsabschlüsse. Alexander Bauer (CDU) regte an, mit den Nachbarkommunen gemeinsame Sache zu machen und ein gemeinsames Kulturprogramm für Biblis und Groß-Rohrheim, aber auch Lorsch und Einhausen auf die Beine zu stellen. Dann könne man die organisatorischen Kosten aufteilen. Außerdem schlug er vor, die Zufriedenheit der Kulturbeirats-Besucher abzufragen – „mit der Bürstadt-App beispielsweise“.

Lob an Mitglieder

CDU-Fraktionskollege Gerhard Weitz, bis vor kurzem selbst Vorsitzender des Kulturbeirats, brach eine Lanze für die Mitglieder des Gremiums. „Sie haben eigentlich alles richtig gemacht.“ Man könne sich darüber streiten, ob die Zahlen schön seien oder nicht. Dennoch mache es kaum Sinn, „wenn wir einen Bildungs- und Sportcampus bauen, uns dann den Kulturbeirat wegzuhauen.“ Auch von den anderen Fraktionen kam die Versicherung, dass das Gremium wertvolle Arbeit leiste. Dennoch solle dringend versucht werden, die Kosten zu senken.

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