Bürstadt

Lesen mit Herz Das Publikum hat beim Gedichte-Abend in der evangelischen Kirche seine helle Freude

Lyrische Lichtblicke im trüben November

Bürstadt.Mit "Lichtblicken" verbinden Menschen die Zeichen von Hoffnung und Zuversicht. Nicht selten gelten sie aber auch als Symbole des Glaubens. Deshalb war das Kirchenschiff im evangelischen Gotteshaus in Bürstadt ein wunderbarer Ort, um zur Lyriklesung unter dem Motto "Lesen mit Herz" einzuladen.

Von Siegfried Gebhardt initiiert und vom Erfolg der ersten Lesung im alla hopp!-Park im Mai beflügelt, brachten Monika Barmann, Renate Gayer, Christa Kilian, Rita Lausecker, Johanna Tausch, Gabi Winkler und Helmut Kaupe auf beeindruckende Weise Texte unterschiedlicher Lyriker zu Gehör. Dabei gelang es ihnen mit ihrer Auswahl vortrefflich, die Seele der Zuhörer zu streicheln.

Mal nachdenklich, mal heiter - aber auch verzaubernd und zum Träumen anregend - gelang es den begabten Vorlesern, eine ganz besondere Atmosphäre zu erschaffen. In der voll besetzten Kirche begrüßte Renate Gayer die Lyrikliebhaber, dann übernahm Helmut Kaupe die Moderation des Abends. Sorgfältig ausgewählte Gedichte und Liedtexte, die instrumental und gesanglich von Andrea Zeilfelder sowie Anja und Franziska Tausch vorgetragen wurden, bereicherten dabei den Abend. Im Reigen literarischer Größen, die von Goethe, über Ringelnatz bis hin zu Heine reichten, fehlten auch die zum Schmunzeln verführenden Texte von Eugen Roth nicht. Monika Barmann trug mit ihren eigenen Texten einfühlsam zu diesem Lyrikabend bei.

Betrachtungen von Roman Herberth, der sich Gedanken darüber machte, wie er - der Umwelt zuliebe - das Licht im Kühlschrank ausknipsen könnte, ließen erkennen, dass sich einige Besucher schon ähnliche Gedanken gemacht haben mussten. Ermutigende Worte des 1865 in Schlesien geborenen Schriftstellers Otto Julius Bierbaum trugen Johanna Tausch und Renate Gayer vor. Als kluger Ratgeber entpuppte sich Wilhelm Busch. Zudem gelang den Vorlesern die Kunst, mit ihren Zuhörern auf "Schatzsuche" zu gehen, oder sich durch die Botschaften, die Monika Barmann in ihre "Mondsplitter" verpackt hatte, beflügeln zu lassen.

Anregende Gespräche

In einer 20-minütigen Pause, bei der die Kirchengemeinde die Gäste mit kleinen Snacks und Getränken unter der Überdachung des Kirchenvordaches verwöhnte, kam das Publikum miteinander ins Gespräch und tauschte sich auch mit Pfarrerin Johanna Kluge und Sonnenbotschafterin Alicia Keinz aus.

Mit Texten von Udo Jürgens und seinem Song "Bring ein Licht ins Dunkel" ging es weiter. Das Gedicht "Herbst" von Theodor Storm beschrieb die draußen herrschende Witterung. Dagegen setzte Helmut Kaupe den Trinkspruch: "Wie Irrlicht im Moor, flackert's empor, lösch aus, trink aus, genieße leise, auf echte Friesenweise." So schlug er auf ganz irdische Weise mit "Friesengeist" eine positive Kerbe in das trübe Novemberwetter. Fell

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